Politik

"Den Schatz der frühen Kindheit heben" Kindergärtnerinnen besser schulen

Kindergärtnerinnen sollen nach Ansicht der Bildungsgewerkschaft künftig an Fachhochschulen ausgebildet werden. Die Mitarbeiter in Kindergärten müssten besser qualifiziert sein, sagte Larissa Klinzing, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), in einem dpa-Gespräch in Frankfurt. Nur so könnten sie ihrem Bildungsauftrag besser nachkommen.

Überall in Europa würden Erzieherinnen an Hochschulen ausgebildet, nur in Deutschland nicht, kritisierte Klinzing. Das bloße Anrecht auf einen Kindergartenplatz reiche nicht aus: "Kindergärten dürfen keinesfalls nur Aufbewahrungsanstalten sein."

Die Jüngsten früher fördern

"Kleine Kinder müssten viel mehr so früh wie möglich in ihrer individuellen Entwicklung unterstützt werden: "Wir müssen den Schatz der frühen Kindheit heben." Erzieherinnen sollten im Idealfall jedes Kind einzeln fördern, damit die im frühkindlichen Alter vorhandenen Talente nicht einschlafen. Die Entwicklung der Kinder schon im Vorschulalter zu unterstützen werde immer wichtiger, sagte Klinzing. Kinder hätten in zunehmendem Maße motorische Störungen, sprachliche Defizite oder seien nicht gemeinschaftsfähig.

"In der Schule bekommen sie die Probleme nicht mehr in den Griff." Es sei besser, früh gegenzusteuern, als später Schulversagen und Arbeitslosigkeit zu riskieren. "Das kostet die Gesellschaft nämlich mehr als eine Verbesserung der Kinderbetreuung." Nach Ansicht der GEW sollten Kindergärten ganztägig geöffnet und kostenlos sein.

Quelle: n-tv.de