Politik
Beate Klarsfeld wird am 18. März gegen Joachim Gauck antreten. Sie ist chancenlos.
Beate Klarsfeld wird am 18. März gegen Joachim Gauck antreten. Sie ist chancenlos.(Foto: picture alliance / dpa)
Samstag, 10. März 2012

Union und FDP sind sich einig: Klarsfeld wird hart attackiert

Union und FDP kritisiert die Präsidentschaftskandidatin der Linken, Beate Klarsfeld hart. Patrick Döring bezeichnet Klarsfeld wegen einer Zahlung der DDR-Staatspartei als "SED-Marionette". Klarsfeld selbst leugnet die Zahlung nicht und verweist auf ihre 1972 veröffentlichte Biografie.

Die Linken-Präsidentschaftskandidatin Beate Klarsfeld bleibt wegen ihrer DDR-Kontakte im Visier der Regierungsparteien Union und FDP. Besonders eine Zahlung der DDR-Staatspartei SED an Klarsfeld 1968 bringt die Nazi-Jägerin in Bedrängnis. Sie hatte damals 2000 D-Mark (1020 Euro) erhalten. Die heute 73-Jährige hatte den damaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU) wegen seiner NSDAP-Mitgliedschaft geohrfeigt.

"Wenn sich herausstellen sollte, dass Frau Klarsfeld 1968 nichts als eine Helfershelferin für eine von der SED bezahlte PR-Aktion war, ist ihre Kandidatur für das höchste deutsche Staatsamt eine Ohrfeige für alle Demokraten in unserem Land", sagte FDP-Generalsekretär Patrick Döring der Tageszeitung "Die Welt". CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt sagte: "Früher SED-Marionette und heute Linkspartei-Kandidatin - darin liegt die ganze Verachtung der Linkskommunisten für unsere Demokratie und unseren freiheitlichen Staat."

Zuvor hatte bereits CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe der "Mitteldeutschen Zeitung" gesagt: "Wenn Frau Klarsfeld wirklich auf der Honorarliste der SED gestanden hat, dann ist sie als Kandidatin für das höchste Staatsamt völlig untragbar."

Zahlung für Störungen erhalten

Klarsfeld bestätigte die umstrittene Zahlung. Bei einer Veranstaltung in Dresden verwies sie auf ihre 1972 veröffentlichte Autobiografie: "In diesem Buch führe ich die 2000 Deutschmark an." Am 7. November 1968 habe sie Kiesinger geohrfeigt, am 11. November sei sie in Brüssel gewesen. "Wir wussten, dass Kiesinger am 30. November vor den Vertretern der Nato sprechen musste. Und da habe ich mit meinen Freunden in Berlin organisiert, dass wir diese Veranstaltung stören werden. Dafür haben wir das Geld auch benutzt", sagte Klarsfeld. Der "Welt" hatte sie zuvor versichert, bei Kiesinger die Ohrfeige nicht im Auftrag der SED, sondern "in meinem eigenen Auftrag" verpasst zu haben.

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Quelle: n-tv.de