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Widerstand in US-Umweltbehörde Klimawandel-Skeptiker Pruitt ist EPA-Chef

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Scott Pruitt wurde schon vereidigt.

(Foto: dpa)

Allem Widerstand zum Trotz bestätigt der US-Senat den Klimawandel-Skeptiker Pruitt als Chef der EPA. US-Präsident Trump plant einen Umbau der mächtigen Behörde.

US-Präsident Donald Trump ist bei der Beilegung von Personalquerelen einen Schritt vorangekommen. Trotz Bedenken billigte der US-Senat seinen Kandidaten für den Chefposten der mächtigen Umweltbehörde Environmental Protection Agency (EPA), Scott Pruitt. Die Senatoren stimmten mit 52 zu 46 für den Klimawandel-Skeptiker. Pruitt war auf vehementen Widerstand der Mitarbeiter der EPA gestoßen.

Als Justizminister des Ölstaates Oklahoma hatte er die Behörde mehrmals verklagt. Pruitt setzte sich für die Interessen der Ölindustrie ein und hatte gegen Umweltauflagen für die Branche gefochten, die den Schutz vor Luft- und Wasserverschmutzung vorsahen.  Zudem zog er in der Vergangenheit - ebenso wie Trump - den menschengemachten Klimawandel in Zweifel.

Während seiner Anhörung im Senat räumte Pruitt dann allerdings ein, eine Mitverantwortung des Menschen für die Erderwärmung sei wissenschaftlich erwiesen. Allerdings lasse sich das genaue Ausmaß der menschlichen Mitwirkung nicht bestimmen. Auch die Frage, was dagegen zu tun sei, müsse weiter diskutiert werden.

Die oppositionellen Demokraten versuchten vergeblich, Pruitts Ernennung aufzuhalten. Sie hielten dazu aus Protest eine Nachtsitzung in der Kongresskammer ab. Allerdings stimmten dann auch zwei demokratische Senatoren aus den kohlefördernden Bundesstaaten North Dakota und West Virginia für den Juristen.

Pruitt übernimmt die Leitung einer Behörde, die unter Präsident Barack Obama großen Einfluss im Umwelt- und Klimaschutz hatte. Gegen ihn gibt es unter den Beschäftigten großen Widerstand. Etwa 800 frühere Mitarbeiter hatten den Senat in einem Brief aufgefordert, Pruitt nicht zum Chef der Behörde zu machen. Er habe kein Interesse daran gezeigt, Umweltgesetze durchsetzen zu wollen.

Kritiker fürchten, dass die neue Regierung die Position der EPA schwächen könnte. Insidern zufolge bereitet Trump derzeit eine Neuordnung der EPA vor. Entsprechende Erlasse wolle er unterzeichnen, sobald der neue Behörden-Chef im Amt sei, sagten sie diese Woche. Für Trumps Vorgänger Barack Obama war die EPA wichtigstes Instrument, um seinen Kampf gegen den Klimawandel voranzutreiben. Trump macht sich dagegen für die Öl- und Gasindustrie stark und will die Regulierung für diese Firmen zurückschrauben.

Quelle: n-tv.de, rpe/AFP/rts

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