Politik

Qualitätswettbewerb für Kliniken Koalition will Krankenhäuser schließen

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Vor allem in den Städten sind Krankenhäuser oft nicht ausgelastet.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Experten Spahn und Lauterbach leiten in den Koalitionsverhandlungen die Arbeitsgruppe Gesundheit und Pflege. In einem Punkt sind sie sich bereits einig: In Deutschland gibt es zu viele Krankenhäuser. Wenn eine Abteilung schlecht ist, solle sie geschlossen werden.

Der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn hat sich für eine Strukturreform bei den Krankenhäusern ausgesprochen. Wenn eine Abteilung schlecht sei oder es in einer Region eine Überversorgung mit bestimmten Abteilungen gebe, dann sollte es auch zu Schließungen kommen, sagte Spahn im Deutschlandfunk. Für solch eine "Bereinigung der Krankenhauslandschaft" müsse es verbindliche Mechanismen und Qualitätskriterien geben.

Zugleich forderte Spahn, der Verhandlungsführer der CDU im Bereich Gesundheit und Pflege bei den Koalitionsverhandlungen ist, einen stärkeren Qualitätswettbewerb unter den Kliniken. Es gebe "Ballungsräume, da gibt es ohne Zweifel zu viele Anbieter, zu viele Krankenhäuser". Statt pauschal Kliniken zu schließen, sollte es aber besser einen Qualitätswettbewerb geben mit dem Ziel, "dass die guten überleben". Auch plädierte er für Mindeststandards für die Krankenhäuser im ländlichen Raum.

Zuvor hatte sich der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach für eine Schließung von Krankenhäusern ausgesprochen. Er begründete dies mit einer teilweisen Überversorgung, vor allem in den Städten. Zudem will der SPD-Verhandlungsführer in der Arbeitsgruppe Gesundheit und Pflege mehr Qualitätsdaten der Kliniken veröffentlichen.

Versicherungen befürchten Minus

Die Koalitionsarbeitsgruppe Gesundheit und Pflege trifft sich in dieser Woche viermal. Neben Themen wie die Krankenhausfinanzierung und die künftige Finanzierung der Pflege steht auch die Finanzentwicklung in der gesetzlichen Krankenversicherung auf der Tagesordnung. Zwar verfügen die Kassen derzeit noch über Milliardenüberschüsse. Wegen der steigenden Ausgaben wird bereits ab 2015 mit einem Defizit gerechnet. 2017 droht nach heutiger Prognose ein Minus von zehn Milliarden Euro.

Deshalb müsse auch darüber gesprochen werden, wie die Versorgung verbessert und effizienter gestaltet werden könne, sagte Spahn. Unter anderem gehe es darum, wie unnötige Krankenhauseinweisungen vermieden werden können. "Da lässt sich sicherlich noch eine Menge sparen", sagte der CDU-Experte.

Quelle: ntv.de, AFP

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