Politik

Landtagswahlen Kommentar zu den Wahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg

Von Rechts wegen, das heisst: wenn Leistung zählt, müssen sie beide wiedergewählt werden: Der gemütliche Knuddelbär Kurt Beck in Rheinland-Pfalz ebenso wie der steifleinene Landesvater Erwin Teufel in Baden-Württemberg.

Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, das Bruttosozialprodukt, die Entwicklung moderner Industrien - alle ökonomischen Daten weisen Baden-Württemberg einen Spitzenplatz unter den Bundesländern zu. Und Rheinland-Pfalz, wo allein durch den Rüstungsabbau 55.000 Arbeitsplätze verlorengegangen sind, hat trotz seiner strukturschwachen Gebiete in Eifel, Hunsrück und in der Westpfalz in den letzten Jahren erstaunlich aufgeholt.

Der Sozialdemokrat Beck sieht der Wahl denn auch denkbar gelassen entgegen. Dem Christdemokraten Teufel ist die Gelassenheit dagegen etwas abhanden gekommen, aber das liegt nur zum geringen Teil an ihm. Die seit 48 Jahren in Stuttgart regierende Union sorgt sich, dass wie schon bei den Wahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen die Bundespartei die Ernte im Land verhageln könnte. War es im vergangenen Jahr der Spendenskandal, so ist es jetzt das Gerangel in der Führung, welches die CDU im Lande lähmte.

Beck hatte Rückenwind aus Berlin, den er nicht brauchte. Teufel musste gegen Sturm aus Berlin ankämpfen. Allein das macht die Wahl in Baden-Württemberg spannend. Aber wie gesagt: von Rechts wegen, das heisst: wenn Leistung zählt, müssten beide wiedergewählt werden.

Volker Jacobs

Quelle: n-tv.de