Politik

Feuer auf Hochzeitsgesellschaft Kommission legt Ergebnis vor

Bei dem amerikanischen Luftangriff in Südwestafghanistan sind am vergangenen Montag nach offizieller amerikanischer Feststellung mindestens 48 Menschen ums Leben gekommen und 117 verletzt worden. Das sagte der Kommandeur der Truppen in Afghanistan, General Dan McNeil, in Kabul. Er kündigte eine gründliche Untersuchung des Vorfalls an.

McNeil legte das vorläufige Ergebnis einer gemeinsamen afghanisch-amerikanischen Kommission vor, die am Mittwoch in den betroffenen Ort Kabarak rund 280 Kilometer südwestlich von Kabul gereist war.

Die Amerikaner vermuteten in der Region versprengte El Kaida- und Talibankämpfer. US-Flugzeuge seien aus dem Dorf mehrfach beschossen worden. Die Bomben trafen am frühen Montagmorgen jedoch eine Hochzeitsgesellschaft, die das Fest traditionell mit Gewehrschüssen in die Luft feierte. Das US-Militär hält die Region für eine Hochburg der Taliban und hält an ihrer Vermutung fest, dass dort Flugabwehrstellungen versteckt sind. Solche Munition werde zur Deckung gerne in der Nähe von Wohnhäusern stationiert, hieß es im Pentagon. Einwohner haben vehement bestritten, dass sich Kämpfer in dem Dorf versteckten.

Eine mehrwöchige Untersuchung werde mehr Fakten zu Tage fördern, um zu verhindern, dass so etwas noch einmal passiere, sagte McNeil. Nach seinen Angaben hätten die Dorfbewohner anerkannt, dass die Gesellschaft nicht absichtlich bombardiert worden war. "Wir sind die Gäste der Afghanen und sie sind unsere Verbündeten", sagte McNeil.

Der Gouverneur der Provinz Urusgan, Dschan Mohhamed Khan, hatte nach dem Beschuss die amerikanischen Truppen vor einem Aufstand seiner Landsleute gewarnt, falls US-Soldaten bei ihrer Suche nach Taliban- und El-Kaida-Kämpfern weiter Zivilisten töteten. Das Volk werde dann den Heiligen Krieg gegen die Amerikaner führen. Der afghanische Außenminister Abdullah sagte, die afghanische Regierung wolle trotz der zivilen Opfer den Kampf der USA gegen die Taliban und die El Kaida weiter unterstützen. Es müsssten allerdings Wege gefunden werden, Zivilisten besser zu schützen.

Quelle: ntv.de