Politik

Keine Reisen nach Kenia Konkrete Drohung gegen BA

Nach den USA, Großbritannien und Australien rät jetzt auch Deutschland von Reisen nach Kenia und Malaysia ab. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin sei in diesen Ländern äußerste Vorsicht geboten. Es drohten terroristische Aktionen.

Die britische Regierung weitete am Freitagabend ihre Terrorwarnungen aus. Britische Staatsbürger wurden zu besonderer Vorsicht in sechs weiteren ostafrikanischen Ländern ermahnt - Äthiopien, Eritrea, Dschibuti, Somalia, Uganda und Tansania. Im Gegensatz zu Kenia wurde aber nicht ausdrücklich von Reisen in diese Staaten abgeraten.

Wegen der erhöhten Gefahr von Terroranschlägen sollten neben Kenia auch mehrere Länder im Nahen Osten nach Möglichkeiten gemieden werden, teilte das australische Außenministerium in Canberra mit. Bei Reisen nach Malaysia, Thailand, Singapur, den Philippinen, Osttimor und Brunei sollten Australier "extrem vorsichtig " sein. Der neuseeländische Außenminister Phil Goff empfahl Reisenden in Südostasien, sich bei der Botschaft registrieren zu lassen und Orte zu meiden, an denen sich viele westliche Staatsbürger aufhielten.

Konkrete Terrordrohung gegen British Airways

Unterdessen erklärte Nairobi erklärte Kenias Sicherheitsminister Chris Murungaru auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Nairobi, eine konkrete Terrordrohung hat die britische Fluggesellschaft British Airways zur Einstellung ihrer Flüge von und nach Kenia veranlasst. "Es handelt sich um eine konkrete Drohung gegen die Briten - und noch konkreter: gegen British-Airways-Flüge nach Nairobi", sagte Murungaru am Freitagabend. Nur wenige Stunden zuvor hatte die Regierung des ostafrikanischen Landes London noch heftig wegen der Einstellung der Flüge ab Donnerstagabend kritisiert.

Der letzte BA-Flug aus Nairobi war am Freitagmorgen in London gelandet. Inzwischen hat auch die britische Charterfluglinie Monarch Airlines alle Flüge nach Kenia eingestellt; sie fliegt Mombasa an.

Das Verkehrsministerium in London hatte die Bedrohung für britische Flugzeuge als "unmittelbar bevorstehend" eingestuft. Rund 2.000 Touristen strandeten damit vorerst in dem Urlaubsland. Sie sollen über andere afrikanische Länder oder Fluggesellschaften umgeleitet werden. Die kenianische Fluggesellschaft Kenya Airways kündigte zusätzliche Flüge an, um die Fluggäste aus Großbritannien und anderen Ländern nach Hause zu fliegen.

"Thomas Cook" fliegt weiter

Von Deutschland aus gehen keine Linienflüge nach Kenia, die Lufthansa fliegt Kenia seit geraumer Zeit nicht an. Die Chartergesellschaft Thomas Cook hatte am Donnerstag mitgeteilt, sie fliege weiter planmäßig nach Kenia. Es gebe derzeit keine Hinweise auf Gründe für eine Einschränkung.

Auch Swiss fliegt Kenia nach wie vor an. Ein Sprecher der Schweizer Gesellschaft sagte, man warte noch ab, wie sich die Sache entwickelt.

Top-Terrorist wieder in Kenia?

Kenianische Behörden hatten mitgeteilt, der mutmaßliche Terrorist Fazul Abdullah Mohammed sei möglicherweise von Somalia nach Kenia zurückgekehrt. Mohammed wird in den USA im Zusammenhang mit den Botschaftsanschlägen von 1998 in Nairobi und Daressalam sowie dem Anschlag auf ein Hotel im vergangenen November in Mombasa gesucht, bei dem 14 Menschen ums Leben kamen. Er steht auf einer von der US-Bundespolizei FBI veröffentlichten Liste der meistgesuchten Terroristen.

Quelle: n-tv.de