Politik

Pastor Terry Jones kandidiert für 2012 Koran-Schänder als Präsident?

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Terry Jones wurde durch die Koranverbrennung weltweit bekannt.

(Foto: REUTERS)

Bekannt ist er immerhin schon: Der Pastor Terry Jones aus Florida, der im März einen Koran verbrannte, und damit blutige Ausschreitungen provozierte. Nun schaltet er sich in den US-Wahlkampf ein und kandidiert für das Amt des Präsidenten. Dabei verliert er aber nicht sein eigentliches Ziel aus den Augen.

Der kontroverse Pastor und Koran-Verbrenner aus Florida, Terry Jones, will der 45. Präsident der USA werden. Jones gab am Donnerstag in einem US-Fernsehsender bekannt, dass er 2012 als unabhängiger Kandidat antreten werde. Der 59-Jährige erlangte im März 2011 traurige Berühmtheit, als er trotz wiederholter Warnungen des Weißen Hauses, des Vatikans und des US-Militärs einen Koran verbrannte. Die Aktion provozierte zum Teil gewaltsame Demonstrationen in Afghanistan. Dabei kamen mehr als 20 Menschen ums Leben, darunter sieben Mitarbeiter der Vereinten Nationen.

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Terry Jones gründete auch in Köln eine eigene Gemeinde.

(Foto: picture alliance / dpa)

Jones' Wahlprogramm beinhaltet - bisher - keine anti-muslimischen Thesen. Stattdessen fordert er eine Verringerung der Militärausgaben um mehrere Milliarden, die Deportation von illegalen Einwanderern und geringere Steuern für Unternehmen. Der Spendenaufruf auf seiner Internetseite erinnert jedoch stark an Jones' eigentliches Ziel: "Bitte unterstützen Sie uns finanziell, damit wir weiter gegen den radikalen Islam kämpfen können." Eine Entschuldigung für die Koranverbrennung hat Jones stets abgelehnt.

Der Kleriker einer sehr kleinen, aber fundamentalistischen Gemeinde in Gainesville wollte bereits kurz nach den Protesten in Afghanistan erneut auf die Straße gehen: Im April kündigte Jones eine Demonstration gegen eine Moschee im Bundesstaat Michigan an. Ein Gericht in Detroit ließ den Pastor daraufhin kurzzeitig festnehmen.

Auch in Deutschland war Jones bereits aktiv. Seit den späten 70er Jahren agierte er als Missionar einer kleinen Freikirche in Köln. 1981 gründete Jones eine eigene "christliche Gemeinde", die er bis zu seinem Rauswurf 2009 leitete. Man warf ihm unter anderem vor, die Gemeindemitglieder finanziell ausgenutzt und unter Druck gesetzt zu haben.

Wie ernst es dem Pastor mit seinem Wahlkampf ist, lässt er allerdings recht deutlich auf seiner Internetseite erkennen: Sein anti-islamisches Buch und diverse Fanartikel nehmen neben Videos von Koranverbrennungen den größten Platz ein.

Quelle: n-tv.de

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