Politik

Rücktrittsbrief an Sarkozy? Kouchner fühlt sich "gedemütigt"

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Bernard Kouchner betritt mit seiner Lebensgefährtin Christine Ockrent, die beim Auslandssender France 24 einen Führungsposten inne hat, den Elysee-Palast.

(Foto: dpa)

Das Wahlkampfthema innere Sicherheit und Demütigungen durch die Präsidentenberater - beides zusammen haben den französischen Außenminister Bernard Kouchner offenbar an den Rand der Amtsniederlegung gebracht. Die linke Zeitschrift "Nouvel Observateur" veröffentlichte jetzt ein Kündigungsschreiben Kouchners von Ende August. Darin bedauert er "Demütigungen" durch Berater von Präsident Nicolas Sarkozy.

Kouchner kritisierte außerdem das Ende der sogenannten Öffnung nach links, als deren Symbol der ehemalige Sozialist in der konservativen Regierung gilt. Das Außenministerium äußerte sich zunächst nicht zu dem Bericht. Kouchner hatte allerdings vor einigen Tagen einen Bericht des Radiosenders RTL dementiert, demzufolge ihm bestimmte Dossiers entzogen worden seien und er ein Rücktrittsschreiben an Sarkozy gerichtet habe. Er hatte aber zuvor schon bestätigt, dass er Schwierigkeiten mit einigen engen Mitarbeitern Sarkozys habe, darunter dem Generalsekretär im Elysée-Palast, Claude Guéant.

Französische Präsidenten gestalten traditionell den Großteil der Außenpolitik mit Hilfe ihrer Berater selbst. In Paris ist es ein offenes Geheimnis, dass Sarkozy dabei seinen Minister nicht immer einbindet. Dem 70 Jahre alten Kouchner wurde schon häufig der Abschied aus der Regierung vorhergesagt. Sarkozy hielt nicht zuletzt an ihm fest, weil der Mitgründer der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen bei der Bevölkerung sehr beliebt ist.

Sarkozy bereitet für diesen Herbst eine Kabinettsumbildung vor; ein Ausscheiden Kouchners gilt dann als wahrscheinlich.

Quelle: ntv.de, dpa/AFP

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