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Kompromiss bei Haftpflicht? Krankenkassen sollen Hebammen helfen

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(Foto: picture alliance / dpa)

Angesichts steigender Haftpflicht-Beiträge fürchten freiberufliche Hebammen um ihre Existenz. Nun ist offenbar ein Kompromiss in Reichweite: Gesundheitsminister Gröhe schlägt vor, dass die Krankenkassen einspringen.

Der Konflikt um steigende Haftpflichtprämien für Hebammen in Deutschland soll mit Beitragsgeldern der Krankenversicherung entschärft werden. Das berichtet der "Norddeutsche Rundfunk". Ein Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe sehe vor, dass die gesetzlichen Krankenkassen einen Sicherstellungszuschlag bezahlen, damit auch freie Hebammen mit nur wenigen Geburten die Kosten für die Versicherung bezahlen können.

Dem Bericht zufolge sollen Regressansprüche im Schadensfall eingeschränkt werden: Kranken- und Pflegeversicherung sollen sich demnach künftig kein Geld mehr von den Haftpflichtversicherungen zurückholen können. Zahlten Hebammen 2004 noch 1352 Euro für die Versicherung, werden es ab Juli diesen Jahres 5091 Euro sein. Gerichte schraubten im Fall eines Fehlers der Hebammen bei der Geburt die Summen für die Betroffenen immer weiter in die Höhe - auch weil ein behindertes Kind heute wegen des medizinischen Fortschritts oft viel länger lebt als früher.

Problematik "sehr sensibel"

Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums wollte zu den Informationen auf Anfrage zunächst nichts sagen. Allerdings wird erwartet, dass am heutigen Mittwoch Vorschläge präsentiert werden. Das Problem stellt sich für Hebammen mit wenigen Geburten, denn hier reichen bisher schon fließende Gelder der Krankenkassen nicht aus, um die Versicherungsprämien zu zahlen.

Über Monate hatte eine Arbeitsgruppe unter Beteiligung mehrerer Bundesministerien das Problem beraten. Die Beratungen waren äußerst schwierig. Die Problematik gilt in der Koalition als sehr sensibel. Die Hebammenorganisationen hatten mit intensiver Öffentlichkeitsarbeit viele Sympathien in der Bevölkerung erlangt, auch wenn die Hebammen sehr unterschiedlich betroffen sind. Viele können die Versicherungsprämien aus den dafür vorgesehenen Mitteln der Kassen bereits heute nicht begleichen.

Quelle: n-tv.de, fma/dpa

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