Politik

Moskau beschuldigt Kiew Kreml: Ukrainischer Jet näherte sich MH17

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Ein Separatist an der Absturzstelle von MH17.

(Foto: REUTERS)

Die Ursache des Absturzes der malaysischen Boeing ist unklar. Die USA und die Ukraine sehen Separatisten und Russland in der Schuld. Moskau dementiert nun, Waffen geliefert zu haben. Aber ein ukrainischer Abfangjäger sei MH17 gefährlich nahe gekommen.

Russland hat erneut jede Verwicklung in den Absturz der malaysischen Passagiermaschine zurückgewiesen. Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte, Russland habe den Separatisten in der Ostukraine weder Luftabwehrraketen vom Typ SA-11 BUK noch irgendwelche anderen Waffen geliefert.

Vielmehr habe sich ein ukrainisches Militärflugzeug vom Typ Suchoi-25 der Passagiermaschine bis auf 3,5 Kilometer genähert, hieß es mit Verweis auf die russische Flugüberwachung weiter. So ein Kampfjet sei mit Luft-Luft-Raketen bewaffnet, der auf diese Entfernung ein Ziel hundertprozentig zerstören könne. Das müsse die Regierung in Kiew erklären.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko sagte dagegen gegenüber CNN, dass es vor dem Abschuss keine ukrainischen Militärflugzeuge in der Nähe von Flug MH17 gegeben habe. Diese russische Behauptung sei falsch.

Russische Überwachungssysteme hätten auch keinen Raketenstart entlang der Flugroute des Passagierflugzeuges registriert, hieß es im Moskauer Verteidigungsministerium. Stattdessen habe man am Tag des Absturzes einen ungewöhnlichen Anstieg der ukrainischen Radaraktivitäten festgestellt.

Moskau fordert Beweise

Zudem wurden von den USA Beweise für die Behauptung gefordert, eine Rakete der Separatisten hätte das Flugzeug abgeschossen. Sollten die USA über entsprechende Satellitenaufnahmen verfügen, sollten sie diese Russland zur Verfügung stellen, hieß es.

Nach Meinung der USA wurde Flug MH17 von einer Rakete getroffen, die von prorussischen Separatisten abgeschossen wurde. Die entsprechende Technik sollen die Aufständischen aus Russland erhalten haben. "Wir haben Bilder vom Raketenabschuss, wir wissen über die Flugbahn Bescheid", sagte US-Außenminister John Kerry am Sonntag in einem Fernsehinterview.

Washington hätte zudem Informationen darüber, dass die Rebellen schwere Waffen und auch Luftabwehrsysteme von Russland bekommen hätten. Russland müsse daher auch die Verantwortung für den Zwischenfall übernehmen, so Kerry.

Auch der ukrainische Präsident Petro Poroschenko sagte am Sonntag, dass die Ukraine über Beweise verfügten, dass MH17 von prorussischen Separatisten abgeschossen wurde.

Quelle: ntv.de, mli/rts