Politik

Merkel wird sozial Kritik an Manager-Bezügen

CDU-Chefin Angela Merkel will das Etikett 'Anwalt der kleinen Leute' nicht länger der Schwesterpartei CSU und der Konkurrenz von der SPD überlassen. Die CDU "wird nicht unsozial", betonte sie in einem Interview mit der "Bild am Sonntag". Und sie erklärte, manche Gehaltssteigerung bei Spitzenmanagern sei "unangemessen".

"Die Politik sollte jene Manager stärken, die Vernunft und Augenmaß bewahren. Bei einigen Spitzenmanagern liegt der Fall anders. Natürlich müssen gute Manager international konkurrenzfähig bezahlt werden. Das ist bei Fußballern und Schauspielern auch so. Aber manche gewaltigen Gehaltssteigerungen sind unangemessen", so Merkel.

Angesichts der Debatte um Sparmaßnahmen bei großen Automobilkonzernen warnte Merkel vor einer sozialen Spaltung. "In der Tat haben in den letzten Jahren viele Arbeitnehmer Einbußen beim Reallohn hinnehmen müssen. Weniger dort, wo Löhne durch Tarifverträge geschützt sind. Mehr dort, wo es gar keine Tarifverträge gibt", sagte sie. "Ich habe die Sorge, dass wir eine neue soziale Spaltung erleben zwischen denjenigen, die tarifgebunden arbeiten, und denjenigen, bei denen das nicht der Fall ist."

Merkel betonte: "Es gibt ganze Dienstleistungsbereiche, in denen es keine Tarifverträge und keine Betriebsräte gibt. Um diesen Bereich müssen wir uns in ganz Deutschland kümmern - nicht nur im Osten. Unser Ziel muss es sein, mehr Angebote für Jobs als Nachfrage zu bekommen. Deshalb müssen wir alle Chancen für mehr neue Jobs nutzen. Mit Billigjobs allein kann Deutschland nicht seinen Wohlstand verteidigen! Wir brauchen hochqualifizierte Jobs."

Quelle: ntv.de