Politik

Schule vor Gericht LER spaltet die Gesellschaft

Das umstrittene brandenburgische Pflichtfach Lebengestaltung, Ethik, Religionskunde (LER) steht auf dem Prüfstand. Vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe wird verhandelt, ob Brandenburg den allgemeinen Religionsunterricht als Schulfach einführen muss. Geklagt haben die Unionsfraktion im Bundestag, Kirchenorganisationen, Eltern und Kinder.

Der konfessionelle Religionsunterricht ist in fast allen Bundesländern ordentliches Lehrfach, wie dies im Grundgesetz vorgeschrieben ist, jedoch nicht in Brandenburg. Das Land beruft sich auf eine Ausnahmeregelung.

Der Streit um LER spaltet die Gesellschaft. Die Kirchen messen dem Verfahren große Bedeutung für den grundsätzlichen Status des Religionsunterrichts zu. Die Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg ist dabei nicht grundsätzlich gegen LER. Bischof Wolfgang Huber sagte, die Schüler müssten allerdings zwischen LER und einem gleichberechtigt angebotenen konfessionellen Religionsunterricht wählen können. Der Sprecher der EKD, Thomas Krüger, bezeichnete das Karlsruher Verfahren als "Stellschraube im Verhältnis zwischen Kirche und Staat".

Unionsfraktionschef Friedrich Merz will den herkömmlichen Religionsunterricht als Pflichtfach in allen Bundesländern einrichten. CDU-Chefin Angela Merkel will dagegen kämpfen, dass "die Religionsgemeinschaften aus den Schulen verdrängt werden ".

Dagegen hat die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Eva-Maria Stange, LER als gute Alternative zum herkömmlichen Religionsunterricht bezeichnet. Sie wies darauf hin, dass in Ostdeutschland etwa 80 Prozent der Schüler nicht konfessionsgebunden seien. Daher sei es wichtig, ein Schulfach anzubieten, das jungen Menschen eine Wertorientierung biete.

Ein Urteil wird erst in einigen Monaten erwartet.

Quelle: n-tv.de

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