Politik

Das neue Gesicht des Hungers Lebensmittel zu teuer

Die Welt sieht sich nach Ansicht der Geschäftsführerin des Welternährungsprogramms der UN (WFP), Josette Sheeran, einem "neuen Gesicht des Hungers" gegenüber. Lebensmittel seien zum Teil im Überfluss da, aber viele Menschen könnten sie sich nicht mehr leisten, sagte Sheeran am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Auch die frühere Außen- und Finanzministerin von Nigeria, Weltbankdirektorin Ngozi Okonjo-Iweala, befürchtet negative Auswirkungen der Wirtschaftskrise in den USA auf die schon jetzt hohen Nahrungsmittelpreise etwa in Afrika.

Die Ernährungslage für einen großen Teil der Menschen verschlechtere sich konstant, sagte Sheeran der Deutschen Presse-Agentur. Diese könnten die Lebensmittel nicht mehr bezahlen, und unter ihnen seien "mehr arme Städter als die bisher bekannten Hungernden". Es gebe Nahrungsmittel, aber die Menschen könnten sie sich nicht beschaffen.

Für das WFP bedeuteten auch die steigenden Ölpreise eine neue Belastung für seinen Haushalt. "Wir schätzen, dass wir derzeit etwa 40 Prozent weniger Lebensmittel bereitstellen können als 2002, wenn wir den gleichen Dollaransatz zugrunde legen." Und dies geschehe zu einer Zeit, in der sich die Zahl der Hungernden durch das Anwachsen der Weltbevölkerung vergrößere. Im vergangenen Jahr hat die UN-Agentur Lebensmittel für 63,4 Millionen Menschen bereitgestellt.

Das WFP sucht in Davos, wo sich bis Sonntag rund 2500 Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Politik versammelt haben, Unterstützung. Weltbankpräsident Robert Zoellick will einen entsprechenden Aufruf weitergeben, da Hunger und Unterernährung auch die Erholung der Weltwirtschaft belasteten.

Okonjo-Iweala verwies in einem Gespräch mit dem Schweizer Onlinedienst Swissinfo darauf, dass für die rund 17 armen Länder, die große Mengen Nahrungsmittel importieren, die hohen Preise zunehmend ein Existenzproblem darstellen.

Quelle: ntv.de

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