Politik

16 Kilometer vor der syrischen Küste Leichen der Jet-Piloten geborgen

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Ein F-16 Bomber der türkischen Armee auf dem Stützpunkt Incirlik.

REUTERS

Die Piloten des abgeschossenen türkischen Kampfjets sind aus dem Meer geborgen worden. Die Armee betont immer wieder, dass der Abschuss in internationalem Luftraum erfolgte. An der Bergung der beiden Leichen ist der Ozeanograph Ballard beteiligt, der das Wracks der "Titanic" entdeckt hatte.

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Gokhan Ertan war der Flugkapitän der abgeschossenen Maschine.

(Foto: dpa)

Die Leichen von zwei türkischen Piloten sind zwei Wochen nach dem Abschuss ihres Militärflugzeuges vor der Küste Syriens geborgen worden. Die Toten seien rund 16 Kilometer vor der Küste auf ein Schiff geholt und in die Stadt Malatya gebracht worden, teilte der türkische Generalstab mit. Nach türkischen Berichten war an der Bergung das US-Schiff Nautilus des Ozeanographen Robert Ballard beteiligt, der als Entdecker des Wracks der "Titanic" bekannt ist.

Ankara hatte nach dem Abschuss deutliche Warnungen an das Regime in Damaskus gerichtet. Der Nato-Rat verurteilte den Abschuss als "inakzeptabel".

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Hasan Huseyin Aksoy war der zweite Kommdeur an Bord der Kampfjets.

(Foto: dpa)

Syriens Staatschef Baschar al-Assad Assad bedauert Abschuss . Die Maschine sei in einem "Luftkorridor" unterwegs gewesen, "der in der Vergangenheit drei Mal von der israelischen Luftwaffe genutzt" worden sei, sagte Assad der türkischen Zeitung "Cumhüriyet". Die Maschine sei sehr tief geflogen, und die syrische Armee habe den Jet für eine israelische Maschine gehalten. Er bedauere diesen Vorfall "zu 100 Prozent".

Syrischen Luftraum verletzt?

Nach russischen Angaben drang das türkische Kampfflugzeug jedoch zweimal in den syrischen Luftraum ein, bevor es abgeschossen wurde. "Die Aktionen des türkischen Flugzeugs waren eindeutig eine Provokation", zitierte die Agentur Interfax russische Verteidigungskreise. Die Piloten der F4-Phantom hätten die Kampfbereitschaft der syrischen Luftabwehr testen und die Stärke des Küstenschutzes ausspionieren wollen. Außenminister Sergej Lawrow hatte vor kurzem angekündigt, Russland verfüge über "objektive" Daten des Fluges. Russland lässt Assad nicht fallen

Assad erhob zudem schwere Vorwürfe gegen den türkischen Regierungschef Tayyip Erdogan. Mit der Einmischung in den Konflikt in seinem Land sei die Türkei zum Beteiligten an dem Blutvergießen geworden, sagte Assad "Cumhuriyet". "Die Türkei hat den Terroristen alle Arten logistischer Unterstützung gewährt, um unser Volk zu töten." Erdogans Haltung sei heuchlerisch, so Assad. Zwar dränge der türkische Regierungschef Syrien zu politischen Reformen, zugleich ignoriere er aber die Gewalt und die demokratischen Defizite in den arabischen Golfstaaten.

Gerüchte über übergelaufenen Kommandeur

Derweil soll sich erneut ein Kommandeur aus dem inneren Zirkel um Assad abgesetzt haben. Der Nachrichtensender Al-Arabija meldete, Brigadegeneral Manaf Tlass sei desertiert und in die Türkei geflohen. Hauptmann Amar al-Wawi von der Freien Syrischen Armee (FSA) in der türkischen Grenzprovinz Hatay bestätigte dies jedoch nicht. Er sagte: "Manaf Tlass steht für die FSA auf der Liste der gesuchten Verbrecher." Deshalb halte sich der Kommandeur vielleicht nicht mehr in seinem Haus auf. Manaf Tlass ist der Sohn des früheren Verteidigungsministers Mustafa Tlass.

Quelle: n-tv.de, dpa

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