Politik
Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hielt sich in der Kostenfrage eher bedeckt.
Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hielt sich in der Kostenfrage eher bedeckt.(Foto: picture alliance / dpa)
Montag, 07. Oktober 2013

"Wir sind hinter das Licht geführt worden": Limburger Bischofssitz ist deutlich teurer

Die Hiobsbotschaften aus dem Bistum Limburg reißen nicht ab: Eine interne Prüfung ergibt, dass die tatsächlichen Kosten des Neubaus des Bischofssitzes die bislang angenommene Milllionensumme mickrig wirken lassen. Zudem hat der umstrittene Oberhirte zuletzt auch keine Haushaltspläne mehr vorgelegt.

Video

Die Finanzaffäre des umstrittenen Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst bekommt eine immer größere Dimension: So werden die Kosten für seinen neuen Bischofssitz auf nunmehr rund 31 Millionen Euro beziffert, wie das Bistum mitteilte. Zuletzt war von mehr als zehn Millionen Euro die Rede gewesen. Die neue Zahl wurde den Angaben zufolge im Zuge einer verwaltungsinternen Kostenrechnung ermittelt, die der katholische Bischof selbst für Oktober angekündigt hatte.

Der Vermögens- und Verwaltungsrat, der für die Kontrolle der Finanzen des Bischöflichen Stuhls in Limburg zuständig ist, kritisierte den Bischof scharf. Dieses Ausmaß der Kosten sei bisher völlig unbekannt gewesen. "Wir sind hinter das Licht geführt worden", sagte ein Sprecher. Zudem sei 2012 und 2013 auch nicht wie vorgeschrieben ein Haushaltsplan vorgelegt worden. Der Bischof habe auch nicht gewollt, dass der Vermögens- und Verwaltungsrat seine Informationen über die Pressestelle des Bistums bekanntgibt.

Papst schickte Gesandten

Alle zur Verfügung stehenden Unterlagen der Finanzaffäre würden nun an die Prüfungskommission der Deutschen Bischofskonferenz weitergeleitet, teilte das Bistum weiter mit. Diese habe den Auftrag, die Einzelprojekte hinsichtlich der Kosten und der Finanzierung zu überprüfen.

Tebartz-van Elst steht seit Längerem in der Kritik. Ihm werden autoritärer Stil und Verschwendung vorgeworfen. Die Situation in seinem Bistum schätzt auch der Vatikan als problematisch ein. Papst Franziskus schickte deshalb im September eigens einen Gesandten nach Limburg. Nach einem Besuch des vom Papst gesandten Kardinals Giovanni Lajolo hatte der umstrittene Bischof eine Prüfung der in die Kritik geratenen Baukosten am Bischofssitz zugesagt.

Gegen Tebartz-van Elst läuft auch noch ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Hamburg. In diesem Fall geht es um die Aussagen über einen teuren Flug nach Indien - im Raum steht der Vorwurf einer falschen Versicherung an Eides Statt.

Quelle: n-tv.de