Politik
Die Zerstörungen nach der Explosion in Reyhanli.
Die Zerstörungen nach der Explosion in Reyhanli.(Foto: dpa)
Montag, 13. Mai 2013

Autobomben in der Türkei: Linksextremisten sollen schuld sein

Ein Doppelanschlag reißt in der türkischen Grenzstadt Reyhanli 49 Menschen in den Tod. Für die Regierung in Ankara ist schnell klar: Die Täter sind Linksextremisten und haben Verbindungen zum syrischen Regime. Syrien beschuldigt hingegen Ankara.

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Der Doppelanschlag in der türkischen Grenzstadt Reyhanli soll von türkischen Linksextremisten verübt worden sein. Bei den neun am Sonntag festgenommenen Beschuldigten handele es sich um Mitglieder der "Revolutionären Volksbefreiungspartei/-front" (DHKP-C) sowie einer Splittergruppe der "Türkischen Volksbefreiungspartei-Front" (THKP-C), berichteten türkische Medien. Die türkische Regierung wirft ihnen vor, die Tat in Abstimmung mit dem syrischen Geheimdienst verübt zu haben.

Bei der Explosion zweier Autobomben in der wenige Kilometer von der syrischen  Grenze entfernt liegenden Stadt waren am Samstag mindestens 49 Menschen getötet worden, etwa 140 wurden verletzt. Damaskus wies die Vorwürfe einer Beteiligung an der Tat zurück.

Die Anschläge wurden international verurteilt. Alle neun Festgenommenen seien türkische Staatsbürger, hatte Vizeregierungschef Besir Atalay erklärt. Nach seinen Angaben haben die Beschuldigten die Tat zum Teil bereits gestanden. Innenminister Muammer Güler sagte, unter den Festgenommenen sei auch der Planer.

Die Bomben töten 46 Menschen.
Die Bomben töten 46 Menschen.(Foto: dpa)

Schon unmittelbar nach den Anschlägen hatte Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan erklärt, die Tat könnte im Zusammenhang mit dem Krieg in Syrien stehen. Außenminister Ahmet Davutoglu sprach von einer Provokation. Die türkische Armee schickte Verstärkung in das Grenzgebiet.

Syrien beschuldigt Türkei

Das syrische Regime wies jede Verantwortung zurück. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana zitierte Informationsminister Omran al-Subi mit den Worten, die türkische Regierung habe zugelassen, dass aus der Grenzregion ein Zentrum für den internationalen Terrorismus geworden sei. Ankara trage deshalb die direkte moralische und politische Verantwortung für das, was geschehe.

Ein Selbstmordattentäter aus den Reihen der DHKP-C hatte im Februar einen Anschlag auf die US-Botschaft in Ankara verübt. Dabei hatte er einen türkischen Wachmann mit sich in den Tod gerissen. Ziel der DHKP-C ist es, das Regierungssystem der Türkei durch einen revolutionären Umsturz zu beseitigen. Errichtet werden soll ein kommunistisches System mit marxistisch-leninistischer Prägung. Die Organisation hat in der Türkei zahlreiche Brand- und Sprengstoffanschläge verübt sowie Menschen getötet.

Quelle: n-tv.de