Politik

1.000 Züge stehen still Lokführer erklären Scheitern

Die Tarifverhandlungen für die Deutsche Bahn gehen getrennt weiter. Die Lokführergewerkschaft GDL erklärte am Donnerstagabend in der dritten Runde das Scheitern der Gespräche. Mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA will die Bahn heute weiter verhandeln.

GDL-Chef Manfred Schell begründete den Ausstieg aus den Tarifgesprächen mit der Weigerung der Bahn, einen Spartentarifvertrag für Lokführer abzuschließen. "Wir gehen sofort in die Schlichtung." Auch Transnet und GDBA halten ein Scheitern der Verhandlungen noch für möglich. Die Warnstreiks sollen zunächst allerdings nicht fortgesetzt werden.

Zuvor hatten sich Arbeitgeberseite und Gewerkschaften auf ein Schlichtungsabkommen geeinigt. Erst dann hatte die Bahn AG ein neues Angebot vorgelegt. Bahn-Personalvorstand Norbert Bensel sagte, die Arbeitgeber hätten einen Tarifvertrag mit 36 Monaten Laufzeit angeboten. Danach solle es ab 1. März 2003 Lohnerhöhungen um 1,3 Prozent geben, die mit einer Einmalzahlung von 400 Euro abgegolten werden sollen.

Ab 1. Mai 2004 solle es linear zwei Prozent und ab 1. Mai 2005 nochmals 1,8 Prozent mehr Einkommen geben. Zudem werde ein Einstieg in eine Angleichung der Ostlöhne an das Westniveau vorgeschlagen, so Bensel. Bisher hatte die Bahn lediglich einen Inflationsausgleich geboten.

Transnet-Chef Norbert Hansen nannte das Angebot der Bahn unzureichend. Auch ein GDBA-Sprecher äußerte sich unzufrieden mit dem Vorschlag.

Transnet und GDBA fordern fünf Prozent mehr Entgelt für die 160.000 Bahnbeschäftigten und eine sofortige Angleichung der Ost- an die West-Bezüge. Die GDL verlangt einen Spartentarifvertrag nur für Lokführer und Zugbegleiter sowie drei Prozent mehr Geld. Die Angleichung strebt die GDL bis zum Jahr 2007 an. Die Bahn hatte bisher nur einen Inflationsausgleich angeboten. Ost-Bahner erhalten bislang nur 90 Prozent der West-Bezüge.

Chaos im Berufsverkehr

Am Donnerstagmorgen hatte ein Streik der Lokführer für Chaos im Berufsverkehr gesorgt. Zwischen 6.00 und 6.45 Uhr standen rund tausend Züge still. Nach Angaben der Bahn mussten 1,5 Millionen Bahnreisende Verspätungen hinnehmen.

Betroffen waren vor allem der S-Bahn-Verkehr in den Ballungszentren Rhein-Main, Hamburg und München sowie in vielen Landesteilen auch der Regional-, Fern- und Güterverkehr. Am Nachmittag hatte sich der Bahnverkehr bundesweit wieder weitgehend normalisiert.

Unter der Rufnummer 0800 / 6644 225 hat die Bahn eine kostenlose Hotline eingerichtet, bei der sich Kunden über mögliche Fahrplanänderungen informieren können.

Quelle: n-tv.de