Politik

Iranisches Atom-Programm London würde Angriff ablehnen

Großbritannien würde nach den Worten von Außenminister Jack Straw einem Angriff auf Iran unter keinen Umständen zustimmen. Straw sagte nach einem zweitägigen Besuch in Iran am Montag dem Rundfunksender BBC, das Land könne nicht mit dem Nachbarn Irak verglichen werden, weder in Bezug auf sein politisches System noch auf die Gefahr, die es für die Region darstelle.

Niemand wisse, ob Iran Atomwaffen entwickele, sagte Straw weiter. Er werde jedoch den iranischen Präsidenten Mohammad Chatami auffordern, strengere Inspektionen der Atomanlagen des Landes zuzulassen. Großbritannien fordere wie andere Länder, dass Iran ein Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag unterzeichne. Straw betonte, er könne sich keine Umstände vorstellen, unter denen die britische Regierung einem militärischen Angriff auf Iran zustimmen könnte.

Der britische Außenminister wurde am Montag in Afghanistan erwartet, wo er mit Präsident Hamid Karsai sprechen wollte. Während der zweitägigen Gespräche solle es um die Sicherheitslage, die Arbeit der Übergangsregierung und die Bekämpfung des Drogenhandels gehen, sagte eine Vertreterin der britischen Botschaft in Kabul, Fiona Morrison.

Bei seinen Gesprächen in Teheran hatte Straw den Iran davor gewarnt, mit seiner Verweigerung einer internationalen Kontrolle seines Atom-Programms seine Beziehungen zur Europäischen Union (EU) aufs Spiel zu setzen.

Fortschritte im Handel und in der Zusammenarbeit mit der EU hingen auch von den Themen Menschenrechte und Massenvernichtungswaffen ab, sagte Straw am Sonntag nach einem Gespräch mit seinem iranischen Kollegen Kamal Charrasi.

"Wenn Iran nicht den zusätzlichen Vertrag (zur Kontrolle seines Atom-Programms) unterzeichnet, wird sich das Vertrauen (in das Land) nicht verbessern und die internationale Gemeinschaft wird zurückhaltend dabei sein, Sanktionen zu beenden."

Die weiter gehenden Kontrollen sollen dazu beitragen, die von den USA erhobenen Vorwürfe zu entkräften, der Iran betreibe ein geheimes Programm zur Herstellung von Atomwaffen. Führende Wirtschaftsvertreter haben davor gewarnt, eine Zuspitzung des Konflikts werde die Weltwirtschaft und ihre Erholung belasten.

Iran will Baradei einschalten

Die Führung in Teheran will den Leiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) in den Atomstreit einschalten. In Kürze werde man IAOE-Direktor Mohammed el Baradei zu einem Besuch einladen, um eine Lösung der bedeutenden technischen Probleme zu finden, sagte ein Vertreter des Obersten Nationalen Sicherheitsrats am Montag.

Quelle: n-tv.de