Politik

Armee gegen "Gelbwesten"-Gewalt Macron bringt Elitesoldaten in Stellung

86892523.jpg

Elitesoldaten der Einheit "Sentinelle" sollen bei Gelbwesten-Demonstrationen künftig für Ruhe und Ordnung sorgen.

(Foto: picture alliance / Yoan Valat/EP)

Nach Ausschreitungen bei "Gelbwesten"-Protesten in Paris rüstet Frankreich auf: Fürs Wochenende sind Demonstrationsverbote und Massenverhaftungen angekündigt. Jetzt ordnet Präsident Macron den Einsatz von Elitesoldaten an, die auf Terrorabwehr geschult sind.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat einen Einsatz der Anti-Terror-Kräfte der Armee bei den Protesten der "Gelbwesten" am kommenden Samstag angeordnet. Elitesoldaten der Anti-Terror-Einheit "Sentinelle" sollen öffentliche Gebäude und andere Einrichtungen sichern, wie Regierungssprecher Benjamin Griveaux am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung in Paris ankündigte. Die Polizei könne sich damit auf die Sicherung der öffentlichen Ordnung konzentrieren, begründete Griveaux die Maßnahme.

"Sentinelle", was Wache oder Wachposten bedeutet, wurde nach den islamistischen Anschlägen auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" und einen jüdischen Supermarkt im Januar 2015 in Paris ins Leben gerufen. Die Soldaten sollen unter anderem Synagogen, Flughäfen, Bahnhöfe und Touristenattraktionen wie Museen oder den Pariser Eiffelturm vor möglichen Anschlägen schützen. Auch Drohnen sollten zum Einsatz kommen, sagte der Regierungssprecher.

In Nizza will die Regierung am Samstag zudem Demonstrationen der "Gelbwesten" verbieten, teilte Bürgermeister Christian Estrosi mit. Am Sonntag ist der chinesische Präsident Xi Jinping zu Gast in der Stadt an der französischen Mittelmeerküste.

Nach der massiven Gewalt bei den "Gelbwesten"-Protesten am vergangenen Samstag in Paris hatte die Regierung Demonstrationsverbote angekündigt. Sie könnten auch den Pariser Boulevard Champs-Elysées betreffen, wo Randalierer viele Geschäfte zerstört und teilweise in Brand gesteckt hatten. Das Innenministerium schließt Massenfestnahmen bei "Gelbwesten"-Protesten am kommenden Wochenende nicht aus, falls sich Demonstranten nicht an die Regeln halten.

Einer aktuellen Umfrage zufolge unterstützt eine knappe Mehrheit von 53 Prozent der Franzosen die "Gelbwesten"-Bewegung. Das sind acht Prozentpunkte weniger als in der Vorwoche, wie das Umfrageinstitut Elabe ermittelte.

Quelle: n-tv.de, mau/dpa/AFP

Mehr zum Thema