Politik

Einsätze im Mittelmeer Marine rettet 4700 Flüchtlinge an einem Tag

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Italienische Küstenwache im Einsatz bei einem Fischerboot mit Flüchtlingen aus Afrika.

(Foto: REUTERS)

In rund 20 unterschiedlichen Rettungsaktionen werden im Mittelmeer rund 4700 Flüchtlinge von Booten gerettet, zum Teil fast unmittelbar vor der libyschen Küste. Auch die deutsche Marine bringt Hunderte Menschen in Sicherheit.

Vor der Küste Libyens sind fast 4700 Flüchtlinge gerettet worden, die sich über das Meer auf den Weg nach Europa gemacht hatten. Die italienische Küstenwache erklärte, insgesamt habe es am heutigen Samstag rund 20 Rettungsaktionen mit zahlreichen beteiligten Schiffen gegeben. Auf einem der Flüchtlingsboote habe eine Frau nur noch tot geborgen werden können.

Neben der Küstenwache und der Marine aus Italien seien noch andere Länder und Organisationen an der Rettung beteiligt gewesen, darunter Deutschland. Italien koordiniert die Seenotrettung der EU vor der Küste des nordafrikanischen Landes.

2600 Flüchtlinge verloren ihr Leben

Wie eine Reporterin an Bord der Bundeswehr-Fregatte "Schleswig-Holstein" beobachtete, wurden in einem etwa dreistündigen Einsatz fast 400 Flüchtlinge von einem Holzboot an Bord geholt. Dies geschah etwa 35 Kilometer von der libyschen Küste entfernt. Anschließend wurden weitere Menschen von einem Schlauchboot gerettet. Die meisten der geretteten Menschen stammten aus dem Sudan und aus Eritrea.

Die Fregatte ist eines von zwei deutschen Schiffen, die sich seit Ende Juni an der EU-Mission zur Seenotrettung und Bekämpfung der Schleuserkriminalität im südlichen Mittelmeer beteiligen. Insgesamt haben die deutschen Schiffe seitdem knapp 2000 Menschen geholfen. Zuvor hatte die Bundeswehr unter einem nationalen Mandat insgesamt 5673 Flüchtlinge gerettet.

Seit Jahresbeginn sind nach Zählung der Internationalen Organisation für Migration mehr als 2600 Menschen beim Versuch ums Leben gekommen, von Libyen aus über das Mittelmeer nach Italien zu gelangen. Über 120.000 (Stand 18. September) schafften es demnach bis an die Küste des südlichen EU-Mitgliedstaats.

Quelle: ntv.de, bdk/rts/dpa