Politik

Merkel-Debatte geht weiter Mehr arbeiten! Mehr! Mehr!!

Politiker von Union und FDP übertreffen sich derzeit gegenseitig mit der Forderung nach längeren Arbeitszeiten. Den Auftakt machte CDU-Chefin Angela Merkel mit einem Vorstoß zur Angleichung der Arbeitszeit in Ost und West auf Ost-Niveau.

Die Menschen müssten sich darauf einstellen, künftig ein oder zwei Stunden pro Wochen mehr zu arbeiten, so Merkel. Dem schloss sich nun auch FDP-Chef Guido Westerwelle an. Der "Bild"-Zeitung sagte er: "Besser in der Woche eine Stunde länger arbeiten als erst mit 67 oder gar 70 Jahren in die Rente. Wir werden unseren Wohlstand nicht mit weniger Arbeit halten können, sondern nur mit mehr Fleiß."

Auch der CDU-Wirtschaftsexperte im Bundestag, Michael Fuchs, schloss sich Merkels Vorstoß an. Die Wochenarbeitszeit müsse "in ganz Deutschland auf 40 Stunden ohne Lohnausgleich verlängert werden". Nur so werde die deutsche Wirtschaft international wieder wettbewerbsfähig.

Für die bayerische Arbeitsministerin Christa Stewens (CSU) ist Merkels Vorschlag noch nicht radikal genug. Mit der längeren Arbeitszeit im Osten werde die geringere Produktivität ausgeglichen. Daher sollte sowohl in West- als auch in Ostdeutschland die Wochenarbeitszeit verlängert werden.

Doch es geht noch extremer. Der Wirtschaftsflügel der Union will nicht nur die Wochenarbeitszeit, sondern auch die Jahres- und Lebensarbeitszeit deutlich verlängern. Der Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung, Peter Rauen, sagte: "Wir müssen mehr arbeiten. Insofern ist die Auffassung von Frau Merkel richtig, die Wochenarbeitszeit zu verlängern". Es müsse aber "auch die Jahres- und Lebensarbeitszeit in Deutschland deutlich verlängert werden".

Kritik gibt es auch

Allerdings gibt es aus der Union auch Stimmen, die Merkels Vorstoß ablehnen. Der Chef der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft, Hermann-Josef Arentz, nannte Merkels Äußerungen "völlig daneben". Es handele sich dabei um ein Thema der Tarifparteien und nicht der Politik, so das CDU-Präsidiumsmitglied zur "Kölnischen/Bonner Rundschau".

Eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich sei nichts anderes als der ungerechte Griff in die Taschen der Arbeitnehmer, sagte Arentz. Eine solche pauschale Regelung beträfe auch Betriebe mit "goldgeränderten Bilanzen ", wo sie absolut keinen Sinn hätte. Wenn ein Betrieb in seiner Existenz gefährdet sei, könne man jedoch im Einzelfall über längere Arbeitszeiten reden.

Quelle: n-tv.de