Politik

Empörung über Kardinal Meisner äußert Bedauern

Der Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner hat seinen Vergleich von Abtreibungen mit den Verbrechen Hitlers und Stalins bedauert. Der Kardinal erklärte am Samstag, wenn er geahnt hätte, dass sein Verweis auf Hitler missverstanden werden könnte, hätte er "seine Erwähnung" unterlassen. "Es tut mir Leid, dass es dazu gekommen ist", sagte Meisner.

Meisner will nun in der Dokumentation seiner Predigt auch den Hinweis auf Hitler tilgen lassen, "denn damit bleibt die Aussageabsicht des Textes ganz erhalten: Wo der Mensch sich selbst zu Gott macht, dort verfehlt er sich am Leben."

Meisner hatte in seiner Predigt am Dreikönigstag (6. Januar) im Kölner Dom nach Angaben eines Bistumssprechers gesagt: "Zuerst Herodes, der die Kinder von Bethlehem umbringen lässt, dann unter anderem Hitler und Stalin, die Millionen Menschen vernichten ließen, und heute, in unserer Zeit, werden ungeborene Kinder millionenfach umgebracht."

Diese Äußerungen waren auf scharfe Kritik gestoßen. Der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, erklärte, wenn Meisner den NS-Völkermord mit der heutigen Abtreibung gleichsetze, beleidige er damit Millionen Holocaust-Opfer. "Meisner muss sich unverzüglich von diesem unzulässigen Vergleich distanzieren", hatte er in einem dpa-Gespräch gefordert. Es habe schon Personen des öffentlichen Lebens gegeben, "die haben auf Grund solcher Äußerungen von ihren Ämtern zurücktreten müssen".

Die Bundespartei der Grünen und die "Initiative Kirche von unten" forderten eine Entschuldigung Meisners. Er habe die Holocaust-Opfer beleidigt und auch die Frauen, die sich in einer schwierigen existenziellen Notsituation befänden, sagte Grünen-Chefin Claudia Roth.

Das ökumenische Netzwerk "Initiative Kirche von unten" warf Meisner "beleidigende und volksverhetzende Äußerungen" vor. Er habe der katholischen Kirche und dem jüdisch-christlichen Dialog großen Schaden zugefügt. Die nordrhein-westfälische FDP nannte Meisners Worte "eine schlimme Entgleisung".

Quelle: ntv.de