Politik

Stoiber durchgereicht Merkel fast unangreifbar

Allen Warnungen der Parteispitze zum Trotz ist in der Union die Debatte über die Kanzlerkandidaten-Frage wieder aufgeflammt. Nach Ansicht des Europaparlamentariers Elmar Brok (CDU) ist das Rennen nach den Parteitagsauftritten von CDU-Chefin Angela Merkel und dem CSU-Vorsitzenden Edmund Stoiber sogar schon fast entschieden. "Für 2006 läuft alles auf Angela Merkel als Nummer eins zu", sagte er der in Bielefeld erscheinenden "Neuen Westfälischen". Für Stoiber gelte, dass er der "ehemalige Kanzlerkandidat" sei.

Für Niedersachsens Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) ist Merkel die "unbestrittene Chefin im Ring in der CDU und in der gemeinsamen Fraktion von CDU und CSU". Die Entscheidung über eine Kanzlerkandidatur stehe derzeit aber nicht auf der Tagesordnung. Baden-Württembergs Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) warnte indes vor einer verfrühten Diskussion. Der Parteitag habe Merkels Position zwar eindeutig gestärkt. Es sei klar, dass sie zu den Anwärtern der Union auf die Kanzlerkandidatur gehöre, sagte Teufel der Ulmer "Südwest Presse". Doch solle man nie "den dritten Schritt vor dem ersten tun".

Viele hatten den unterkühlten Empfang für Stoiber beim Parteitag als Entscheidung zu Gunsten Merkels gewertet. Thüringens CDU-Ministerpräsident Dieter Althaus scheute sich nicht, dies bereits offen auszusprechen. Zwar werde über die "K-Frage" erst Ende 2005 oder Anfang 2006 entschieden, Merkel bringe aber als Partei- und Fraktionsvorsitzende "die besten Voraussetzungen" mit, sagte er der Zeitung "Die Welt".

Quelle: n-tv.de