Politik

Kampf gegen Gammelfleisch Merkel für bessere Kontrollen

Angesichts immer neuer Funde von verdorbenem Fleisch dringt Bundeskanzlerin Angela Merkel auf verbesserte Kontrollen und ein Ausschöpfen der möglichen Strafen.

Die Länder sollten Verstöße an eine gemeinsame Plattform melden und Kontrollen im Zweifelsfall intensivieren, sagte sie bei n-tv. Die Kontrolleure sollten sich innerhalb der Länder austauschen. Die Strafmaße würden nicht immer ausgeschöpft. "Es geht um Verantwortungsbewusstsein."

Erneut kamen mehrere Fälle illegaler Machenschaften rund um vergammeltes Fleisch ans Licht. Das Bundeskabinett beschloss eine Vorschrift zur Vereinheitlichung der Lebensmittelkontrollen und setzte damit EU-Recht um. Bayern zog aus mehreren Skandalen Konsequenzen und will Kontrollen nun schlagkräftiger machen.

In Bayern stießen Polizisten bei der Kontrolle eines überladenen Kleintransporters auf der Autobahn Nürnberg-Heilbronn auf mehr als 600 Kilogramm verdorbene Fleisch- und Fischwaren. "Nach Geruch und Aussehen waren die Lebensmittel nicht mehr für den menschlichen Verzehr geeignet", sagte ein Polizeisprecher.

Noch mehr Gammelfleisch

Ein niedersächsischer Fleischgroßhändler, der wegen illegaler Machenschaften mit Berufsverbot belegt ist, brachte tonnenweise sichergestelltes Fleisch in den Handel. Er hatte die im November 2005 beschlagnahmten acht Tonnen Putenfleisch nach Angaben der Staatsanwaltschaft Oldenburg in einem Kühlhaus in Hamburg abgeholt und in mehrere Länder verkauft.

Aus einem Münchner Gammelfleischbetrieb wurden auch in Hessen 370 Kilogramm verdorbenes Rindfleisch gefunden. Rheinland-Pfalz meldete den Fund von mehr als einer Tonne Gammelfleisch im Rhein-Lahn-Kreis. Das Mindesthaltbarkeitsdatum des Fleisches war teilweise um fast vier Jahre überschritten. Auch in einem Kühlhaus in Speyer wurden verdorbene Lebensmittel sichergestellt. Wie das Umweltministerium in Mainz mitteilte, handelte es sich bei den Funden um tiefgefrorenes Geflügel, Würste, Dönerspieße sowie Rindfleisch, Hirschkoteletts und Schweinefleisch.

Nordrhein-Westfalens Verbraucherschutzminister Eckhard Uhlenberg (CDU) räumte Schwächen bei Lebensmittelkontrollen in seinem Land ein. "Wir müssen in allen Punkten besser werden", sagte er. Die Kontrollen seien aber landesweit verstärkt worden. Im Tiefkühllager des Gastronomiegroßhändlers Arnold Frenken waren 15 Tonnen überlagerte Lebensmittel gefunden worden. Er bestätigte den Verkauf von rund 50 Kilogramm Tiefkühl-Lebensmittel mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum.

Quelle: ntv.de