Politik

Mit der Blockflöte gegen Populismus Merkel nennt AfD "Nein-Sager-Partei"

aaecb7d97feb1dc27ac4252b881d2ec5.jpg

Kanzlerin Angela Merkel will, dass die Deutschen mehr Weihnachtslieder singen.

(Foto: dpa)

Auf dem CDU-Parteitag in Wittenburg mahnt die Kanzlerin zu mehr Traditionsbewusstsein bei den Christdemokraten - und bringt ein kurioses Beispiel: Den Sorgen vorm Islam und der AfD könne man laut Merkel auch mit Weihnachtsliedern und Blockflöte begegnen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wirft der AfD vor, eine Nein-Sager-Partei zu sein. "Die AfD ist eine Partei, die weiß immer, was gerade nicht geht, was schlecht ist, wo man Nein sagen muss, Finger in die Wunde legen muss", sagte die sie auf einem Sonderparteitag der CDU in Wittenburg. "Aber davon wird das Leben nicht besser." Die CDU sei dagegen eine Partei, die versuche, eine Lösung anzubieten. Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern Anfang September hat die AfD erstmals in einem Bundesland die CDU überholt und zog als zweitstärkste Kraft hinter der SPD in den Schweriner Landtag ein.

Mit Blick auf die AfD, die im Islam verfassungsfeindliche Werte sieht, räumte die Merkel ein: "Ich weiß, dass es Sorgen vor dem Islam gibt." Es liege aber an den Bürgern, diesen Sorgen auch durch die Pflege christlicher Traditionen zu begegnen. "Wieviel christliche Weihnachtslieder kennen wir denn noch und wieviel bringen wir denn unseren Kindern und Enkeln noch bei?", fragte Merkel. "Dann muss man eben mal ein paar Liederzettel kopieren und einen, der noch Blockflöte spielen kann (...) mal bitten", empfahl die Kanzlerin. Als Gelächter im Saal einsetzte, sagte sie: "Ich meine das ganz ehrlich. Sonst geht uns ein Stück Heimat verloren."

Derweil wächst in der Union der Druck auf die CDU-Vorsitzende, bei der Bundestagswahl im kommenden September erneut anzutreten. "Es ist der Wunsch von vielen, dass sich Angela Merkel für eine vierte Amtszeit zur Verfügung stellt", sagte CDU-Generalsekretär Peter Tauber der Funke Mediengruppe. Er sei zuversichtlich, dass Merkel auf die Wünsche eingehen werde. Im "Spiegel" äußerte auch der stellvertretende CSU-Vorsitzende Manfred Weber die Erwartung, dass Merkel für eine weitere Amtszeit antreten wird: "Angela Merkel ist unsere Kandidatin." Er drängte: "Ich würde mir wünschen, dass diese Aussage rasch kommt." Sollte Merkel erneut kandidieren, habe sie die Unterstützung der CSU.

Merkel: "Die Menschen wollen eine Union"

Merkel selbst hielt sich auf dem Sonderparteitag der CDU-Mecklenburg-Vorpommern in der Kandidatenfrage bedeckt, obwohl sie als Kandidatin für den Bundesvorsitz nominiert wurde. Stattdessen thematisierte die Kanzlerin lediglich den Streit mit der Schwesterpartei CSU über die Flüchtlingspolitik: "Daran arbeiten wir, dass wir das jetzt auflösen Richtung Bundestagswahl." Sie sei deshalb in engen Gesprächen mit CSU-Chef Horst Seehofer. Sie betonte: "Die Menschen wollen eine Union."

Merkel hat bisher weder erklärt, ob sie CDU-Parteivorsitzende bleiben will noch ob sie 2017 erneut antreten will. Mit Blick auf die Kanzlerkandidatur sagte Tauber, Merkel werde zum "richtigen Zeitpunkt" sagen, ob sie zur Verfügung stehe. Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte am Montag am Rande der CDU-Präsidiumssitzung gesagt: "Es wird genau eine Kandidatin geben und die wird mit großer Mehrheit gewählt werden."

Quelle: n-tv.de, jug/rts

Mehr zum Thema