Politik

Auch Nordkorea und Russland hören mit Merkel von fünf Diensten belauscht

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Gebündelte Aufmerksamkeit für Merkel: Wenn die Kanzlerin telefoniert, hören viele Ohren mit.

(Foto: AP)

Der Lauschangriff der NSA soll nur die Spitze des Eisbergs sein. Einem Magazinbericht zufolge zapften die Geheimdienste von mindestens fünf Staaten das Handy von Kanzlerin Merkel an. Und die Russen fahren eine ganze Armee an Agenten auf.

Kanzlerin Angela Merkel ist laut einem Bericht des Magazins "Focus" von mindestens fünf Geheimdiensten ausspioniert worden. Ihr Handy stand demnach nicht nur auf der Liste des US-Dienstes NSA. Auch Russland, China, Nordkorea und Großbritannien sollen mitgehört haben. Dies berichtet der "Focus" unter Berufung auf eine nicht näher benannte Analyse deutscher Sicherheitsbehörden. Zu diesem Bericht wollte sich vorerst kein Regierungssprecher äußern.

Merkels Handy wurde längere Zeit von den USA überwacht, was zu diplomatischen Verstimmungen führte. Eine deutsche Delegation reiste nach Washington, auch eine Delegation der USA versuchte zu beschwichtigen.

Russland tarnt Agenten als Diplomaten

Berlin steht wie andere große Hauptstädte im Visier verschiedenster Agenten. Wie der "Focus" berichtet, sollen allein im vergangenen Jahr 100 deutsche Politiker, Beamte, Militärs, Manager und Wissenschaftler angesprochen worden sein, um als Quellen zu arbeiten. Die Angesprochenen hätten sich daraufhin deutschen Behörden anvertraut.

Allein Russland beschäftigt laut dem Magazin 120 Geheimdienst-Mitarbeiter, die offiziell in anderer Funktion in Botschaften oder anderen diplomatischen Vertretungen tätig sind. Allein 60 von ihnen seien dazu da, hierzulande Informanten anzuwerben.

Nach den Verstimmungen in der NSA-Affäre führt am Montag eine Delegation aus US-Abgeordneten in Berlin Gespräche mit Regierungsvertretern und Parlamentariern. Auf dem Programm stehen unter anderem ein Treffen mit Außenminister Guido Westerwelle sowie mehreren Bundestagsabgeordneten. Die USA stehen wegen der Spähaktivitäten der NSA seit Monaten international in der Kritik. Der Geheimdienst soll massenhaft E-Mails und Telefonate überwacht haben, unter anderem die Kommunikation von etwa 35 internationalen Spitzenpolitikern.

Quelle: n-tv.de, jtw/vpe/AFP

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