Politik

CDU/CSU-Kanzlerkandidatur Merz-Äußerung sorgt weiterhin für Unruhe

Der Vorstoß von CDU/CSU-Fraktionschef Friedrich Merz in Richtung Kanzlerkandidatur sorgt für erneute Spannungen innerhalb der Unionsparteien. Merz selbst bestreitet weiterhin, er habe sich als Kanzlerkandidat präsentieren wollen.

Bei einem Interview mit dem Sender "InfoRadio Berlin" am Freitag wiederholte Merz seine Aussage, dass “der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ein normaler, natürlicher Anwärter ist.” Er fügte hinzu, dass ihn die Frage im Moment nicht interessiere, weil sie sich nicht stelle.

Wie die “Bild”-Zeitung unter Berufung auf Fraktionskreise berichtete, habe der Vorstoß von Merz für wachsenden Unmut bei der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel gesorgt. Merz soll seitens der Fraktion Richtung Kandidatur gedrängt worden sein, weil Unzufriedenheit über die “eklatanten Fehler” Merkels herrsche, hieß es im Bericht weiter. Merz selbst sagte der Zeitung, "Ich kann doch den Anspruch für die Fraktion gar nicht aufgeben - völlig unabhängig von meiner Person. "

Bosbach verteidigt Merz Erklärung

Der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion Wolfgang Bosbach (CDU) kritisierte am Freitag spöttische Äußerungen von CSU-Generalsekretär Thomas Goppel zur Erklärung von Merz. In einem NDR-Interview sagte Bosbach: "Wir sind in der CDU immer froh und dankbar, wenn wir sachdienliche Hinweise von der Schwesterpartei bekommen. Ich frage mich nur, warum die immer öffentlich gegeben werden müssen. In diesen Fällen plädiere ich für die Methode Telefon statt Mikrofon."

Bosbach reagierte damit auf Äußerungen von Goppel, der am vorigen Tag merhfach erklärt hatte, "Ich bin hier von dem physikalischen Phänomen überrascht, dass zum ersten Mal in der Weltgeschichte das Echo vor dem Ruf kommt. "

Kanzlerkandidat Donald Duck?

Unterdessen hat sich auch Bundeskanzler und SPD-Chef Gerhard Schröder zur Kanzlerkandidaten-Diskussion bei CDU und CSU geäußert. Er sagte in Rüsselsheim: “Bei der ganzen Diskussion rate ich doch mal, sich um wirklich populäre Kandidaten zu kümmern - Donald Duck zum Beispiel.”

Quelle: ntv.de