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Taliban stürmen Schule Militär tötet alle Angreifer in Peshawar

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Soldaten des pakistanischen Militärs haben die Schule abgeriegelt.

(Foto: AP)

Im pakistanischen Peshawar stürmen Taliban-Kämpfer eine Schule und bringen Hunderte Schüler und Lehrer in ihre Gewalt. Weit über 100 Menschen sterben - bei Gefechten mit Militär und Polizei schließlich auch die sechs Angreifer.

Die pakistanische Armee hat nach stundenlangen Gefechten eine Geiselnahme der Taliban in einer Schule in Peshawar beendet. Alle sechs Angreifer seien tot, teilte das Militär mit. Die Extremisten waren vormittags in die vom Militär betriebene Schule eingedrungen und hatten etwa 500 Schüler und Lehrer als Geiseln genommen und zahlreiche Menschen getötet. Pakistanischen Medienberichten zufolge missbrauchten die Taliban Schüler auch als menschliche Schutzschilde.

Bei dem Blutbad kamen mindestens 132 Kinder und Jugendliche ums Leben. Insgesamt starben 140 Menschen, mehr als 121 weitere wurden verletzt, wie die Regierung der Provinz Khyber-Pakhtunkhwa mitteilte. Es wurde befürchtet, dass die Opferzahl weiter steigt. Mehrere Dutzend Kinder erlitten Schussverletzungen, ihr Gesundheitszustand war kritisch.

Die pakistanischen Taliban sprachen von einem Racheakt für eine seit Monaten laufende Militäroffensive in ihren Stammesgebieten. Ein Sprecher der Tehrik-e-Taliban Pakistan (TTP) rechtfertigte den Angriff, die vom Militär betriebene Schule sei zum Ziel geworden, "weil sie auch unsere Familien angreifen. Wir wollen, dass sie den Schmerz fühlen, den wir fühlen." Die Armee geht massiv in den Stammesgebieten im Grenzgebiet zu Afghanistan gegen radikalislamische Gruppen wie die Taliban oder das Terrornetz Al-Kaida vor. Dabei wurden nach Regierungsangaben bereits tausende Extremisten getötet und vertrieben.

Malala: "Grauenhaftes und feiges Massaker"

Eine Lehrerin sagte, dass Schüler der oberen Klassen eine Prüfung schrieben, als die Terroristen das Feuer eröffneten. Im Fernsehen war zu sehen, wie Soldaten Schüler in Sicherheit brachten. Kinder in ihren Schuluniformen mit grünen Pullovern über der traditionellen Kleidung rannten verängstigt ins Freie. Blutüberströmte Schüler und Lehrer wurden aus der Schule getragen. Verzweifelte Eltern drängten sich um die Rettungsautos und hinter Absperrungen vor der Schule und den Notaufnahmen der Krankenhäuser.

Ministerpräsident Nawaz Sharif nannte den Angriff eine nationale Tragödie und ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. "Das sind meine Kinder. Es ist mein Verlust." Die Militäraktionen gegen die Taliban würden trotz des Anschlags fortgesetzt, betonte er. Kurz darauf flog die Luftwaffe zehn Angriffe in der Provinz Khyber-Pakhtunkhwa, offenbar als Vergeltungsmaßnahme.

Die pakistanische Friedensnobelpreis-Trägerin Malala Yousafzai verurteilte das Massaker als "grauenhaft und feige". "Dieser sinnlose und kaltblütige Terrorakt in Peshawar, der sich vor unseren Augen abspielt, bricht mir das Herz", erklärte die 17-Jährige in London. Viele Staatsleute aus der ganzen Welt bekundeten ihr Entsetzen und ihre Trauer - unter ihnen neben Kanzlerin Angela Merkel auch US-Präsident Barack Obama.

Die Schule wird von mehr als 1000 Schülern besucht und bietet Unterricht für Altersstufen von Kindergärtnern bis zur Oberschule. Die Armee betreibt mehr als 120 dieser Schulen in ganz Pakistan. Sie sind bei Eltern aufgrund ihrer hohen Bildungsstandards beliebt. Schulen, besonders solche auch für Mädchen, werden in Pakistan immer wieder zur Zielscheibe für die Extremisten. Sie verbreiten aus deren Sicht "westliche Dekadenz" und un-islamische Lehren.

Quelle: n-tv.de, jog/fma/rts/AFP/dpa

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