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Falls Ukraine nicht siegt Gressel warnt vor russischem Einmarsch in Deutschland

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Russischer Soldat bei einer Denkmalenthüllung in Moskau.

(Foto: picture alliance/dpa/TASS)

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Im Bundeskanzleramt wird man die Analyse nicht gerne lesen: Die Führungsriegen der EU und Deutschlands seien seit dem russischen Angriff auf die Ukraine wie kleine Kinder, die von den USA an die Hand genommen werden müssten. Der Militärexperte Gressel plädiert für einen Sieg Kiews.

Der Militärexperte Gustav Gressel rechnet für das Frühjahr mit einer massiven russischen Offensive in der Ukraine. Im Gespräch mit dem "Stern" sagte der Osteuropa-Experte, selbst ein neuerlicher Sturm auf Kiew sei nicht auszuschließen, obwohl es für die Russen nahezu unmöglich sei, die ukrainische Hauptstadt einzunehmen. "Aber hat das die politische Führung kapiert und hat das Putin kapiert? Oder befiehlt er seiner Armee Angriffe auf Ziele, die jenseits ihrer praktischen Reichweite und Möglichkeiten liegen", sagte Gressel. "Armeeführung und Politik müssen sich nicht unbedingt einig sein."

Entsprechend erwartet der Militärexperte weitere, zähe und blutige Gefechte, die die Entschlossenheit der Ukrainer eher noch stärken, denn schwächen würden. Ein Sieg der Ukraine sei am Ende nicht nur wünschenswert, sondern auch möglich - vorausgesetzt der Westen ringe sich dazu durch, die Ukraine verstärkt mit westlichen Waffen, allen voran dem deutschen Panzer Leopard II, zu unterstützen.

"In Europa weitestgehend Hosenscheißer"

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Gressel kritisierte gegenüber dem Magazin die zögerliche Haltung der Führungsriege bei der EU und im Bundeskanzleramt. "Das Problem ist, wir haben es in Europa weitestgehend mit Hosenscheißern in politischen Führungsriegen zu tun, die sich aufgrund der nuklearen Disparität nicht trauen, über die geringste Hürde alleine zu springen", sagte Gressel. "Da muss der Amerikaner hergehen und sie an die Hand nehmen und eskortieren, so wie das bei kleinen Kindern der Fall ist."

Nur durch einen "Siegfrieden" der Ukraine und eine herbe Niederlage für Russland könne ein Frieden in Europa dauerhaft erreicht werden. "Die Alternative zur militärischen Unterstützung der Ukraine ist, in zehn Jahren selbst Krieg führen zu müssen, gegen ein Russland, das bei uns einmarschiert. Da muss jeder für sich selbst ausmachen, was ihm lieber ist", resümierte Gressel im "Stern"-Gespräch.

(Dieser Artikel wurde am Dienstag, 27. Dezember 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, mau

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