Politik

Im Bendlerblock 1944 Militärischer Widerstand gegen Hitler

Der Bendlerblock in Berlin bildet seit 1938 das Zentrum des militärischen Widerstands gegen Hitler. Im Ostflügel war im Zweiten Weltkrieg das Allgemeine Heeresamt untergebracht. Unter Führung von General Friedrich Olbricht plante hier eine Gruppe konservativer preußischer Offiziere das Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944.

Nach dem Scheitern wurden die Verschwörer noch in der Nacht im Hof des Bendlerblocks hingerichtet. Seit dem 2.September 1993 dient der Komplex an der Stauffenbergstraße als zweiter Dienstsitz des Verteidigungsministers.

Ursprünglich wurde der Bendlerblock zwischen 1911 und 1914 für das Reichsmarineamt errichtet. Unter der Herrschaft der Nazis war die "Bendlerstraße" bis 1935 Sitz des Reichswehrministeriums, danach des Oberkommandos der Wehrmacht. Im Krieg wurde das Oberkommando aber in das jeweilige Hauptquartier Hitlers verlegt. Im Allgemeinen Heeresamt im Bendlerblock arbeitete Olbricht derweil den Operationsplan "Walküre", offiziell zur Niederwerfung eines Aufstandes von Zwangsarbeitern gedacht, in einen Plan für den Staatsstreich gegen Hitler um.

Im Oktober 1943 wird Oberst Claus Graf Schenk von Stauffenberg als Stabschef in das Allgemeine Heeresamt versetzt. Im Juni 1944 wird er Chef des Stabes beim Befehlshaber der Ersatzheeres und hat damit direkten Zugang zu den Lagebesprechungen im Führerhauptquartier "Wolfsschanze" in Ostpreußen. Am 20. Juli 1944 stellt er dort eine Aktenmappe mit einer Zeitzünderbombe am Kartentisch ab und fliegt nach Berlin zurück, wo die Verschwörer in der Bendlerstraße bis in die Abendstunden verzweifelt den Staatsstreich versuchen.

Bei der Explosion in der "Wolfsschanze" werden fünf Menschen getötet, Hitler überlebt jedoch leicht verletzt. Die Radiomeldung vom Überleben des "Führers" läßt den Umsturzversuch binnen Stunden zusammenbrechen. Die Verschwörer werden im Bendlerblock verhaftet, Generaloberst Beck gezwungen, sich zu erschießen.

Olbricht, Stauffenberg, Oberst Ritter Mertz von Qirnheim und Oberstleutnant Werner von Haeften werden noch in der Nacht standrechtlich erschossen. Nach dem Krieg wurde im Hof des Bendlerblocks eine Gedenkstätte zur Erinnerung an die Opfer des 20. Juli 1944 errichtet.

Quelle: n-tv.de

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