Politik

Datenschutz im Internet Ministerin plant Grundsatz-Reform

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Leutheusser-Schnarrenberger fordert eine umfassende Reform.

(Foto: dapd)

Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger will den IT-Gipfel der Bundesregierung für eine umfassende Modernisierung des Datenschutzes nutzen. Eine gesetzliche Regelung dürfe sich dabei "nicht auf einzelne Aspekte und Angebote im Internet beschränken". Ob soziale Netzwerke, Bewertungsportale oder Geodatendienste - alles soll geregelt werden.

Vor dem IT-Gipfel der Bundesregierung am Dienstag in Dresden hat sich Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger für eine umfassende Modernisierung des Datenschutzes ausgesprochen. "Die Debatten über Bewertungsportale wie Spickmich, soziale Netzwerke wie Facebook und Geodatendienste wie Google Street View haben gezeigt, dass das Datenschutzrecht grundlegend erneuert werden muss", schreibt die FDP-Politikerin in einem Beitrag für das "Hamburger Abendblatt". Eine gesetzliche Regelung dürfe sich dabei "nicht auf einzelne Aspekte und Angebote im Internet beschränken".

Um die Privatsphäre zu schützen und die Betroffenenrechte zu stärken, sei es notwendig, "Einwilligungs- und Widerspruchsrechte im Datenschutzrecht grundsätzlich zu verankern", forderte Leutheusser- Schnarrenberger. Außerdem könnten soziale Netzwerke verpflichtet werden, ihre Angebote von vornherein datenschutzsensibel auszugestalten. Die Bürger rief die Ministerin zur Datensparsamkeit auf. Je kleiner der Datenberg, desto geringer sei auch die Gefahr eines massiven Datenmissbrauchs, betonte sie. "Eine besondere Gefahr für das Persönlichkeitsrecht" stelle die Erstellung von Profilen durch Unternehmen dar. Sie müsse gesetzlich geregelt werden, forderte Leutheusser-Schnarrenberger.

"Basis einer Einwilligung"

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Heikle Datennutzung: Vor allem Facebook erweckt immer wieder den Eindruck, die Daten seiner Nutzer nicht ausreichend zu schützen.

(Foto: dpa)

Ferner sprach sie sich dafür aus, Veröffentlichungen zu verbieten, die "stigmatisieren, sozial ausgrenzen oder anprangern". Besonders schutzwürdige Daten wie Angaben zur Religion oder der Gesundheit sollten "von vornherein nur auf der Basis einer Einwilligung der betroffenen Personen" veröffentlicht werden dürfen.

Beim 5. Nationalen IT-Gipfel in Dresden wollen Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über Perspektiven der Informations- und Kommunikationstechnologien diskutieren. Zu dem Treffen werden neben Leutheusser-Schnarrenberger auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, Wirtschaftminister Rainer Brüderle, Innenminister Thomas de Maizière und Forschungsministerin Annette Schavan erwartet.

Quelle: ntv.de, dpa