Politik

"Nicht völlig auszuschließen" Mir-Absturz auf Deutschland?

Der Absturz einzelner Bruchstücke der russischen Raumstation Mir auf die Bundesrepublik ist nach Aussage von Experten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) "nicht völlig auszuschließen". Allerdings sei dies ein "äußerst unwahrscheinlicher Fall", sagte der deutsche ESA-Astronaut Thomas Reiter, der selbst ein halbes Jahr auf der Mir gearbeitet hatte.

Ein Absturz kann Reiter zufolge dann geschehen, wenn bei dem Steuer-Programm beim Eintritt in die Erdatmosphäre Probleme auftreten. Bisher habe dieses Steuersystem jedoch noch nie versagt.

In der russischen Flugleitzentrale bei Moskau zeigten die Experten kaum Verständnis für deutsche Bedenken. "Eigentlich hatten wir gar nicht vor, die Mir über Deutschland zum Absturz zu bringen", machte sich eine Mitarbeiterin der Bodenstation über die deutsche Aufregung lustig.

Bei dem Manöver arbeiten nach Angaben des DLR alle wichtigen Raumfahrt-Nationen eng zusammen. Das russische Raumfahrt-Bodenkontrollzentrum werde alle entsprechenden Einrichtungen in den USA und in Europa sofort benachrichtigen. Für den Fall eines Absturz von Trümmerteilen in Deutschland hat das Bundesinnenministerium bereits ein Lagezentrum eingerichtet.

Unterdessen haben unterschiedliche Angaben über den Termin für den geplanten Absturz für Verwirrung gesorgt. Das Zentrum für Luft- und Raumfahrt nannte unter Berufung auf russische Quellen für den Eintrittstermin in die Atmosphäre den Zeitraum zwischen dem 16. und 23. März. Dagegen gab die Flugleitzentrale bei Moskau den 9. März an. Ursache für den höchstwahrscheinlich früheren Absturz sei der immer schneller werdende Sinkflug der inzwischen unbemannten Raumstation.

Quelle: n-tv.de