Politik

Deutsche Schüler Miserable Noten

Deutschlands Schüler haben beim weltweit größten Schulleistungstest "Pisa" ein katastrophales Zeugnis erhalten. Im Vergleich mit 32 Industriestaaten landete die Bundesrepublik in allen drei Leistungskategorien - Lesen, Rechnen und Naturwissenschaft - jeweils auf einem der hintersten Plätze (20. bis 25.). Dies berichten "Spiegel" und "Focus" in ihren neuen Ausgaben. Spitzenreiter sind dagegen Finnland, Korea, Kanada und Japan.

Arbeitgeberchef Dieter Hundt sprach von einer "neuen Bildungskatastrophe". Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, sagte: "Schlimmer hätte es nicht kommen können." Beide verlangten ein Umdenken in der Schulpolitik und gemeinsame Anstrengungen für radikale Reformen.

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) forderte, Deutschland müsse seine Kinder "besser und früher fördern". Die Kultusminister-Präsidentin Annette Schavan (Baden-Württemberg/CDU) kündigte massive Verbesserungen bei der Lehrerausbildung an und forderte eine Pflicht zur Fortbildung für Pädagogen.

Besonders erschreckend für die Schulforscher: Gut jeder fünfte deutsche Schüler (22,6 Prozent) erreicht bei der Lesekompetenz nur die niedrigste Leistungsstufe. Die Fähigkeit, einen Text zu lesen und den Sinn zu verstehen, gilt als eine der wichtigsten Voraussetzungen, um sich im Leben und Beruf zurecht zu finden und sich auch mathematische und naturwissenschaftliche Kenntnisse anzueignen. Eine Lehrlings-Einstellungsprüfung, wie sie bei den Kammern heute üblich sind, würden diese Schüler nicht bestehen.

Die Mehrzahl dieser leistungsschwachen Schüler ist männlich und stammt aus dem sozial schwachen Milieu. Anders als in anderen Ländern gelingt es den deutschen Schulen nicht, herkunftsbedingte Nachteile oder Sprachprobleme von Ausländerkindern beim Lernen auszugleichen.

Für die "Pisa"-Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wurden weltweit mehr als 260.000 Schüler im Alter von 15 Jahren getestet, darunter rund 10.000 Deutsche.

Quelle: ntv.de