Politik

Deutsche Botschaft im Iran Mit Steinen attackiert

Bei Protesten gegen die in Europa veröffentlichten Mohammed-Karikaturen haben Demonstranten am Dienstag erstmals auch die deutsche Botschaft im Iran angegriffen. Mehrere Dutzend religiöse Studenten warfen Steine und Feuerwerkskörper auf das Gebäude im Zentrum der Hauptstadt Teheran. Die benachbarte diplomatische Vertretung Großbritanniens war ihrerseits erneut das Ziel der Proteste. Sie wurde mit Brandsätzen attackiert.

"Deutschland, Ihr seid Faschisten und willfährige Diener des Zionismus", schrieen die rund 50 Demonstranten vor der deutschen Botschaft. Die Steine und Feuerwerkskörper schienen zunächst keinen schweren Schaden an der deutschen Botschaft anzurichten. "Wer die Beleidigung der Religion unterstützt, der sollte verurteilt werden und dessen geldgierige Botschaften sollten geschlossen werden", riefen die Studenten einer religiösen Hochschule.

Die Bundesregierung hat an von der iranischen Regierung den Schutz deutscher Einrichtungen verlangt.

"Das Auswärtige Amt verurteilt die heutigen Ausschreitungen vor der deutschen Botschaft in Teheran", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. "Die Bundesregierung erwartet vollständigen Schutz deutscher Einrichtungen und hat dies auch gegenüber der iranischen Seite verdeutlicht." Der Iran müsse seinen Verpflichtungen aus der Wiener Konvention nachkommen, in der diplomatische Beziehungen geregelt werden.

Vor der britischen Botschaft in Teheran skandierten rund 200 Demonstranten Parolen wie "Tod für Tony Blair" und "Tod für Großbritannien". Als ein Brandsatz über die hohen Mauern der Vertretung flog, brach die Menge in Jubel aus. Mehrere Fenster des Gebäudes gingen zu Bruch. Die Studenten führten zudem mehrere Esel und einen Hund mit sich, die sie ihn US-amerikanische und israelische Flaggen gehüllt hatten. Als Sondereinsatzkräfte der Polizei die Menge von den Toren der Botschaft abhalten wollte, kam es zu Rangeleien mit den Demonstranten. Die britische Vertretung war wiederholt das Ziel der seit Wochen anhaltenden Proteste.

Iran gehört zu den Ländern, in denen die Demonstrationen gegen die Mohammed-Karikaturen am heftigsten verlaufen und wo es dabei immer wieder zu Gewalt kam. So hatten in den vergangenen Tagen zahlreiche Iraner auch die Botschaften von Dänemark, Norwegen, Österreich und Frankreich attackiert. Die USA warfen dem Land vor, die Proteste gezielt zu schüren, um die anti-westliche Stimmung im internationalen Konflikt um das iranische Atomprogramm zu nutzen.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat in den vergangenen Wochen wiederholt den Holocaust geleugnet und die europäischen Länder als Marionetten Israels verhöhnt. Der Zionismus ist die jüdische Nationalbewegung, die zur Gründung Israels führte.

Quelle: n-tv.de

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