Politik

Parteisitz gestürmt Mongolen begehren auf

Ein Zusammenbruch der Regierungskoalition in der Mongolei hat gewaltsame Proteste ausgelöst. Einige tausend Demonstranten zogen am Donnerstag durch Ulan Bator und stürmten ungehindert von der Polizei das Hauptquartier der größten politischen Partei. Sie kritisierten den Rücktritt der Minister der Revolutionären Volkspartei (MRVP), die damit eine Neubildung der Regierung erzwingen will. Es gab einige Verletzte und "schwere Schäden" im Gebäude, das die Demonstranten weiter besetzt hielten, wie ein Sprecher der MRVP-Jugendorganisation berichtete.

Die reformkommunistische Volkspartei warf Regierungschef Tsakhia Elbegdorj vor, nicht genug gegen die schlechte Wirtschaftslage, hohe Inflation und Arbeitslosigkeit getan zu haben. Dagegen sah dessen Mutterlands-Demokratie-Koalition (MDK) in dem Rücktrittsmanöver nur einen Versuch, laufenden Ermittlungen wegen Korruption gegen den erst kürzlich gewählten neuen MRVP-Vorsitzenden, den langjährigen Bürgermeister von Ulan Bator, Miegombyn Enkhbold, zuvorzukommen.

Die chinesische Regierung äußerte ihre Sorge über die Krise in dem 2,8 Millionen Einwohner zählenden Nachbarland, das nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in den 90er Jahren den Übergang zur Demokratie geschafft hatte. Peking hoffe, dass die Mongolei ihre politische Stabilität wahren könne, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Kong Quan, sprach aber zugleich von einer "inneren Angelegenheit".

Quelle: n-tv.de