Politik

25.000 ziehen durch Köln Moslem-Demo gegen Terror

Erstmals in Deutschland haben Moslems mit einer Großdemonstration gegen Islamismus protestiert. Politiker aller Parteien warnten vor einer Ausgrenzung von Moslems, forderten diese aber gleichzeitig auf, sich besser in die deutsche Gesellschaft zu integrieren.

Zu der Demonstration aufgerufen hatte die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib), der größte Dachverband der Muslime in Deutschland. Rund 25.000 vorwiegend türkischstämmige Menschen zogen unter dem Motto "Hand in Hand für Frieden und gegen Terror" durch die Kölner Innenstadt.

"Wir sind gegen Terror in jeder Gestalt", war auf Transparenten zu lesen. Neben prominenten Grünen-Politikern nahmen auch die Innenminister von Nordrhein-Westfalen und Bayern, Fritz Behrens (SPD) und Günther Beckstein (CSU), teil.

"Terror hat weder eine Religion noch eine Nationalität", sagte der Vorsitzende der Türkisch-Islamischen Religions-Anstalt Ditib, Ridvan Cakir, der die Demonstration organisiert hatte. Der Islam sei eine Religion des Friedens. Terrorakte dürften deshalb nicht im Namen des islamischen Glaubens gerechtfertigt werden.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Fritz Behrens (SPD) rief den Teilnehmern zu: "Ich will, dass wir nicht nebeneinander, sondern miteinander leben." Behrens erklärte, er habe kein Verständnis für Forderungen, in Moscheen künftig nur noch in deutscher Sprache zu predigen. Im Alltag aber seien deutsche Sprachkenntnisse unverzichtbar für alle Ausländer.

"Wir wollen das Gespräch mit Muslimen", sagte der CSU-Politiker Beckstein. "Wir bitten Euch, lernt Deutsch und arbeitet und feiert mit uns gemeinsam."

Die Migrations-Beauftragte der Bundesregierung, Marieluise Beck, sagte mit Blick auf die Demonstration: "Ich verhehle nicht: Ich habe auf ein solches Zeichen gewartet." Nach dem Mord am niederländischen Filmemacher Theo van Gogh und Übergriffen auf muslimische Einrichtungen dürfe die Welle der Gewalt nicht nach Deutschland überschwappen.

Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth sagte: "Wir stehen für eine Kultur des Respekts, und das auf beiden Seiten." Der Islam dürfe nicht bloß als Gastarbeiter-Religion toleriert, sondern müsse als Bestandteil unserer eigenen Kultur anerkannt werden.

Quelle: n-tv.de

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