Politik

Warnung vor neuen Iran-Sanktionen Mossad widerspricht Netanjahu

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Benjamin Netanjahu fordert einen härteren Kurs gegenüber dem Iran.

(Foto: dpa)

Israels Ministerpräsident Netanjahu warnt die USA vor zu großer Kompromissbereitschaft gegenüber dem Iran. Der israelische Geheimdienst Mossad sieht dies dagegen als "eine Granate" auf die derzeit laufenden Atomgespräche mit Teheran.

Der israelische Geheimdienst Mossad hat US-Beamte einem Medienbericht zufolge im Atomstreit vor weiteren Sanktionen gegen den Iran gewarnt. Diese könnten den Zusammenbruch der Atomverhandlungen mit dem Iran bedeuten, berichtete die Finanzagentur Bloomberg.

Damit widersprach der Mossad dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Dieser hat immer wieder vor zu großer Kompromissbereitschaft des Westens gewarnt. Netanjahu wirft dem Iran vor, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms Atomwaffen bauen zu wollen. Der Iran hat dies stets dementiert.

Dem Bloomberg-Bericht zufolge haben israelische Geheimdienstmitarbeiter Beamten der Obama-Administration ihre Sorgen zu möglichen weiteren Sanktionen mitgeteilt. US-Außenminister John Kerry hatte am Mittwoch bereits einen namentlich ungenannten israelischen Geheimdienstler zitiert. Dieser habe ihm gesagt, weitere Sanktionen zum jetzigen Zeitpunkt wären "wie eine Granate auf den Verhandlungsprozess". Damit teilt der Mossad die Sicht der Obama-Regierung, die weitere Sanktionen gegen den Iran ablehnt.

US-Republikaner wollen neue Sanktionen

Der Bericht erschien gerade an dem Tag, an dem der US-Kongress den israelischen Regierungschef zu einer Rede vor den Abgeordneten eingeladen hatte. Netanjahu soll über seine Haupt-Wahlkampfthemen, die Bedrohung durch das iranische Atomprogramm und den radikalen Islam, sprechen.

Die Republikaner, die die Einladung aussprachen, streben ungeachtet der laufenden Verhandlungen mit dem Iran über dessen Atomprogramm neue Sanktionen gegen das Land an. US-Präsident Barack Obama hat dagegen sein Veto angekündigt.

Quelle: ntv.de, wne/dpa

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