Politik

Neues Flüchtlings-Drehkreuz geplant München bereitet Notunterkünfte vor

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Blick in eine "Erstaufnahmeeinrichtung" in der Münchner Messehalle.

(Foto: dpa)

Die bayerische Landeshauptstadt erhält viel Lob dafür, wie professionell sie den Flüchtlingsandrang meistert. Dennoch macht sich in München Frust breit, weil sich die Stadt zunehmend alleingelassen fühlt .

Die bayerische Landeshauptstadt München trifft Vorkehrungen für die Ankunft weiterer Zehntausender Flüchtlinge: Die Behörden richteten vor Ort zusätzliche Plätze in den Notunterkünften ein. In Bayern wird mit weiter steigenden Flüchtlingszahlen gerechnet. Allein am Samstag sollen es insgesamt 10.000 Menschen sein.

Am Freitag hatten die Münchner Behörden rund 5800 Flüchtlinge gezählt. In der vergangenen Woche erreichten über Züge aus Italien, Österreich und vor allem Ungarn rund 40.000 Migranten die bayerische Landeshauptstadt. Zuletzt hatte die Bundesregierung vor einem Ansturm in ähnlicher Größenordnung an diesem Wochenende gewarnt.

Vor diesem Hintergrund forderte Oberbürgermeister Dieter Reiter die Bundesländer dringend zur Unterstützung auf. Um die Flüchtlinge vorübergehend in München unterzubringen, wurden auf dem Messe-Gelände, in der Innenstadt und in Aschheim im Landkreis München neue Betten aufgestellt. Dabei halfen auch Bundeswehrsoldaten, wie der Regierungsbezirk Oberbayern mitteilte.

Busse und Busfahrer gesucht

"Wir wollen in den nächsten Tagen Kapazitäten im Tausenderbereich schaffen", sagte eine Sprecherin der Behörden. Die Stadt München stößt unterdessen auf zunehmende Schwierigkeiten, Busse und Fahrer zu finden, um die Ankommenden in die Notunterkünfte zu bringen. Zu den leichter erreichbaren Schlafplätzen in der Innenstadt werden Flüchtlinge daher teils zu Fuß begleitet und von der Polizei eskortiert.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann erklärte im Bayerischen Rundfunk, der Freistaat sei im Moment noch gut darauf eingestellt, Flüchtlinge aufzunehmen. Entscheidend sei jedoch, wie viele Migranten entsprechend der Quote von anderen Bundesländern aufgenommen werden können. Außerdem erwarte er auch vom Bund konkrete Schritte, die den Zuzug nach Deutschland bremsten.

Neues Drehkreuz in Lüneburger Heide

Um München zu entlasten, soll in der Lüneburger Heide ein Drehkreuz für Flüchtlinge in Norddeutschland entstehen. Asylbewerber sollen direkt per Bahn von Österreich nach Bad Fallingbostel gebracht werden, dort in Busse umsteigen und auf die norddeutschen Länder verteilt werden, wie das niedersächsische Innenministerium mitteilte.

In Berlin traf am Freitagabend ein Sonderzug mit mehr als 500 Flüchtlingen am Regionalbahnhof Flughafen Schönefeld ein. Der Zug kam direkt aus Salzburg. Von Schönefeld aus sollten die Flüchtlinge mit Bussen direkt in neue Unterkünfte am Olympiapark gebracht werden, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales mitteilte.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, äußerte sich zurückhaltend zur Prognose von Außenminister Frank-Walter Steinmeier, wonach an diesem Wochenende 40.000 Flüchtlinge in Deutschland erwartet werden. Noch sei nicht klar, dass sich diese Zahl bewahrheite, sagte die SPD-Politikerin am Samstag im RBB. Fraglos seien aber viele Menschen unterwegs: "Es ist schon atemberaubend, das Tempo, in dem jetzt aus der Region (um Syrien) geflüchtet wird."

Quelle: ntv.de, mmo/dpa/rts