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Iraker bald allein zu Haus NATO zieht Soldaten ab

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US-Soldaten rollen im Norden Hillas ihre Flagge ein.

(Foto: dpa)

Alle Gespräche bleiben erfolglos: Die NATO tut es den USA gleich und holt ihre Ausbilder bis zum Jahresende aus dem Irak. US-Präsident Obama bietet indes dem Land seine Hilfe an. Die Iraker müssten wissen, dass sie nicht alleine seien, so Obama.

Wie die Der Verfall einer Supermacht zieht auch die NATO zum Jahresende alle Soldaten aus dem Irak ab. Die NATO-Mission zur Ausbildung von Sicherheitskräften in dem Land werde Ende Dezember beendet, erklärte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen.

Der NATO-Rat habe den "dauerhaften Abzug" der Militärausbilder beschlossen, erklärte Rasmussen. Trotz "robuster Verhandlungen" hätten sich beide Seiten in den vergangenen Wochen nicht auf eine Verlängerung der Mission verständigen können. Knackpunkt war offenbar die Weigerung Bagdads, ausländischen Soldaten juristische Immunität zu gewähren. Deswegen waren bereits Verhandlungen über den Verbleib von US-Soldaten im Irak über das Jahr 2011 hinaus gescheitert.

Die NATO-Mission bildete laut Rasmussen seit dem Jahr 2004 mehr als 5000 irakischer Soldaten und mehr als 10.000 Polizisten aus. Der Sicherheitsberater der irakischen Regierung, Falah el Fajad, hatte am Sonntag gesagt, dass die NATO Bagdad vor einigen Tagen überraschend über das Ende der Ausbildungsmission informiert habe. Aus NATO-Kreisen hieß es am Wochenende hingegen, das Bündnis stehe weiter in Gesprächen und hoffe auf eine Lösung.

Obama: Irak ist nicht allein

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Obama beteuert seinen guten Willen.

(Foto: dpa)

US-Präsident Barack Obama sagte dem irakischen Regierungschef Nuri el Maliki die langfristige Unterstützung seines Landes auch nach dem Truppenabzug zu. Maliki habe "mit den USA einen soliden und zuverlässigen Partner", so Obama. "In dem Moment, da wir diesen Krieg beenden, in dem Moment, da der Irak sich seiner Zukunft stellt, müssen die Iraker wissen, dass sie nicht allein sind", ergänzte er.

Die letzten US-Soldaten, die das Land verließen, würden "in Ehren und erhobenen Hauptes" heimkehren. "Nach fast neun Jahren wird unser Krieg im Irak in diesem Monat zu Ende gehen", sagte Obama. Das Weiße Haus teilte mit, dem Irak weitere 18 Kampfjets vom Typ F-16 verkaufen zu wollen, damit das Land "seine Unabhängigkeit verteidigen" könne.

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Auch Fahrzeuge werden aus dem Irak abtransportiert.

(Foto: AP)

Obama hatte im Oktober den Republikaner attackieren Obama so gut wie aller US-Truppen bis Jahresende angekündigt. Nur rund 150 Soldaten sollen unter Leitung der US-Botschaft für Trainingsmissionen und Waffenverkäufe an die irakischen Kräfte im Land bleiben. Im Sommer 2010 verließen die letzten US-Kampftruppen den Irak. Washington und Bagdad führten zwar Verhandlungen über den Verbleib tausender US-Ausbilder. Der Irak wollte den US-Militärs aber keinen Schutz vor Strafverfolgung gewähren.

Derzeit sind noch etwa 6000 US-Soldaten im Irak stationiert, im Jahr 2007 waren es noch rund 170.000. Mit Hilfe der USA hat der Irak in den vergangenen Jahren eigene Armee- und Polizeikräfte mit einer Stärke von mehr als 900.000 Mann aufgebaut, die künftig die Stabilität des Landes garantieren sollen.

Quelle: n-tv.de, AFP

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