Politik

Mord an Zoran Djindjic Nachfolger nominiert

Einen Tag nach der Beisetzung des ermordeten serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic hat dessen Demokratische Partei am Sonntag einen Nachfolger für das Amt des Regierungschefs nominiert. Zoran Zivkovic, langjähriger engster Djindjic-Mitarbeiter und bisheriger jugoslawischer Verteidigungsminister, muss noch vom Parlament bestätigt werden. Zivkovic hat bereits angekündigt, dass er den Reformkurs seines Vorgängers fortsetzen werde.

Fahndung nach Attentätern

Die serbische Polizei hat am Samstag einen der mutmaßlichen Drahtzieher des Attentats festgenommen: Mladjan Micic, auch „Pacov“ (zu deutsch „Ratte“) genannt. Micic ist einer der Bosse des berüchtigten "Zemun-Clans", der die Ermordung von Djindjic organisiert und finanziert haben soll.

Mit ihm wurden in einem Versteck in dem südserbischen Dorf Smoljinac sechs weitere Tatverdächtige verhaftet. Die Polizei beschlagnahmte zahlreiche Waffen, Munition, Nachtsichtgeräte sowie mehrere Luxusautos. Gegen alle wurde eine 30-tägige Untersuchungshaft angeordnet. Insgesamt sind inzwischen mehr als 300 Verdächtige festgenommen worden.

Trauerzug in Belgrad

Der ermordete serbische Regierungschef ist am Samstag unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt worden. Mehrere hunderttausend Menschen nahmen an dem Trauerzug teil. Auch Bundesaußenminister Joschka Fischer war unter den Gästen. Es war der größte Trauerzug in Belgrad seit dem Tod des kommunistischen Nachkriegsführers Jugoslawiens, Josip Broz Tito, 1980.

Beerdingt wurde Djindjic nach einem Gottesdienst in der größten Kirche des Balkans, der Kirche des Heiligen Sava, nach serbisch-orthodoxem Ritus und einem Ehrensalut der Garde-Soldaten in der "Allee der Großen" auf dem Belgrader Neuen Friedhof.

Quelle: n-tv.de