Politik

"Im Einzelfall sicher ein Plus" Nahles: Mindestlohn lässt Preise steigen

imago_st_060421400103_61652544.jpg8099734021867466101.jpg

Nahles.

(Foto: imago/Metodi Popow)

Der Mindestlohn ist durch - nun bestätigt Arbeitsministerin Nahles, dass ihr Prestigeprojekt einen Haken hat. Die Preise werden steigen, sagt sie in einem Zeitungsinterview.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles hat eingeräumt, dass der Mindestlohn in einigen Bereichen auch zu steigenden Preisen führen wird. Die Gewinnmarge manches Unternehmens werde sinken, "und ja, im Einzelfall gibt es sicher auch ein Plus bei den Preisen", sagte die SPD-Politikerin dem "Tagesspiegel am Sonntag".

Nahles wies zugleich darauf hin, dass Mindestlohnempfänger auch Konsumenten seien. Dank ihres höheren Einkommens könnten sie künftig mehr Dienstleistungen und Produkte kaufen. "Alles in allem wird der volkswirtschaftliche Effekt positiv sein", sagte Nahles. Zudem stiegen die Einnahmen der sozialen Sicherungssysteme, was diese stabiler mache.

Sie werde "den Umgang mit dem Mindestlohn in Deutschland genau im Auge behalten". Um Verstößen auf die Spur zu kommen, werde beim Zoll eine "Hotline" eingerichtet, kündigte die Ministerin an. "Da können Arbeitnehmer anrufen, aber auch Arbeitgeber, wenn sie mitbekommen, dass der Konkurrent Lohndumping betreibt."

Nahles zeigte sich zuversichtlich, dass die SPD dank ihrer Reformen aus den niedrigen Umfragewerten herauskommen wird. "Gerade der Mindestlohn wird uns viel verlorenes Vertrauen zurückbringen", sagte sie. "Es gibt ihn nur, weil die SPD in der Regierung ist."

Quelle: n-tv.de, vpe/dpa