Politik

Von Berlin bis Augsburg Neonazi-Aufmärsche zum 1. Mai

In mehreren Städten Deutschlands sind am 1. Mai rund 3.000 Rechtsradikale aufmarschiert. Begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot ging im Berliner Bezirk Hohenschönhausen eine Kundgebung der rechtsextremen NPD ohne Zwischenfälle zu Ende.

Nach Polizeiangaben marschierten rund 1.000 Rechtsextremisten durch den Außenbezirk. Gleichzeitig protestierten rund 600 linke Demonstranten gegen den Aufmarsch der Neonazis. Es gab einige vorläufige Festnahmen. Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand.

Ein Sprecher der Polizei betonte, durch die strikte Trennung von NPD und linken Gegendemonstranten seien größere Zwischenfälle verhindert worden. Die Kundgebung der NPD war zunächst verboten worden, das Berliner Oberverwaltungsgericht ließ sie dann aber doch zu, verlegte sie allerdings aus der Innenstadt an den Stadtrand.

Aufmärsche in Frankfurt und Mannheim

In Frankfurt am Main und Mannheim kam es zu Zusammenstößen mit linken Gegendemonstranten. Die Polizei griff in beiden Städten ein. Dabei wurden in Frankfurt zwei Beamte schwer verletzt. 26 Demonstranten wurden dort festgenommen, 55 kamen in Polizeigewahrsam.

In Mannheim hielten mehrere hundert Demonstranten aus der autonomen Szene den Zug der etwa 300 Rechtsextremen durch eine Sitzblockade auf. Ein Großaufgebot der Polizei trennte beide Seiten voneinander. Die Beamten kesselten die Blockierer ein, mehrere linke Demonstranten wurden festgenommen.

Aufmärsche in Essen und Augsburg

Auch in Essen und Augsburg durfte die NPD marschieren. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hob am Dienstagvormittag zwei vorinstanzliche Verbote des Oberverwaltungsgerichts Münster und des Bayerischen Verwaltungsgerichtshof auf.

Wie die Polizei in Essen mitteilte, war die Demonstrationsstrecke der NPD am westlichen Innenstadtrand weiträumig abgesperrt. Bis zum Mittag versammelten sich etwa 200 Teilnehmer. Die Polizei nahm zu Beginn der Demonstration drei Rechtsextremisten fest, darunter eine mit Haftbefehl gesuchte Person. In Augsburg versammelten sich etwa 150 Rechtsextremisten am westlichen Innenstadtrand. Bei Gegendemonstrationen kam es teilweise zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Quelle: ntv.de