Politik

Probleme bei Stromversorgung Netzbetreiber warnt

Deutschlands Stromnetze sind laut Betreiber Tennet extrem belastet. Jeden Tag müsse in den Schaltanlagen eingegriffen werden, sagt Deutschland-Chef Fuchs. Er beziffert die Gesamtinvestitionen in den nächsten zehn Jahren auf etwa 21 Milliarden Euro.

3acx5922.jpg6453839239823566473.jpg

Arbeit an einer 110.000-Volt-Freileitungstrasse von EnviaM bei Espenhain (Sachsen).

(Foto: dpa)

Für die deutschen Netzbetreiber wird es immer schwieriger, die S tromversorgung sicherzustellen. Die Belastung der Netze habe sich extrem verstärkt und es erfordere immer größere Anstrengungen, sie zu stabilisieren und die Versorgung zu sichern, sagte der Deutschland-Chef des Netzbetreibers Tennet, Martin Fuchs, der "Passauer Neuen Presse". "In unseren Schaltleitungen müssen wir jetzt schon praktisch jeden Tag in das Netz eingreifen, um es stabil zu halten", so Fuchs. Das einzig wirksame Gegenmittel sei der zügige Netzausbau.

Als bedenklich empfindet es Fuchs mit Blick auf die Energiewende, dass immer mehr konventionelle Kraftwerke stillgelegt würden. "Viele aus Altersgründen, aber viele auch, weil sie wegen des absoluten Vorrangs der Erneuerbaren nur noch selten einspringen müssen und sich deshalb wirtschaftlich nicht mehr rechnen."

Die von der Bundesregierung vorgegebenen Ziele zur Energiewende hält Fuchs auch vor dem Hintergrund der Proteste und der bereits bekannten Verzögerungen noch für realistisch - unter einer Voraussetzung: "Wenn - dieses Wort ist besonders wichtig - alle an einem Strang ziehen und die Rahmenbedingungen richtig angepasst werden, ist es zu schaffen." Wichtig sei, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien Schritt halte mit dem Netzausbau und dass es genügend gesicherte Kraftwerkskapazität gebe.

"Die Gesamtinvestitionen in den nächsten zehn Jahren für den Ausbau des Transportnetzes betragen etwa 21 Milliarden Euro", sagte Fuchs und fügte hinzu: "Die Zahl erschreckt zunächst, aber die jährlich daraus resultierenden Kosten sind nur etwa ein Zehntel der Kosten für die Erneuerbaren Energien."

Quelle: n-tv.de, dpa

Mehr zum Thema