Politik
Sonntag, 10. Januar 2010

Lösung des Konflikts 2010 angestrebt: Neue Gespräche auf Zypern

Die Verhandlungen über die Wiedervereinigung Zyperns gehen in eine neue Phase: Die politischen Führer des griechisch-zyprischen Südens und des türkischen Nordens, Dimitris Christofias und Mehmet Ali Talat, wollen bei zwei intensiven Gesprächsrunden nach einer Lösung für den seit Jahrzehnten schwelenden Konflikt und die Wiedervereinigung der drittgrößten Mittelmeerinsel suchen.

Christofias (l) und Talat (r) bei einem Treffen im Dezember 2009.
Christofias (l) und Talat (r) bei einem Treffen im Dezember 2009.(Foto: picture alliance / dpa)

Aus diesem Grund begann ein Treffen aller Parteien der griechisch-zyprischen Seite in der Inselhauptstadt Nikosia. Der griechisch-zyprische Präsident der Republik Zypern, Dimitris Christofias, informierte die Politiker des Südens über den bisherigen Stand der Verhandlungen und die Vorschläge der türkisch-zyprischen Seite, berichtete das Staatsradio (RIK) weiter.

Beobachter bleiben pessimistisch

Die intensiven Gesprächs-Runden werden am 11., 12. und 13. Januar und erneut zwischen dem 25. und dem 27. Januar abgehalten. Weitere Runden sollen folgen. Medien auf beiden Seiten der geteilten Insel spekulierten in diesem Zusammenhang über einen Besuch von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon Anfang Februar.

Christofias und Talat hatten in den vergangenen Tagen wiederholt erklärt, sie hegten "große Hoffnung", die Zypernfrage in diesem Jahr zu lösen. Kommentatoren beider Inselteile äußerten sich dagegen pessimistisch: Die beiden Seiten zeigten sich demnach kooperativ, um ein Scheitern der Gespräche jetzt oder mittelfristig "der anderen Seite in die Schuhe zu schieben," hieß es fast übereinstimmend in Zeitungskommentaren in den beiden Teilen der Insel.

Uneins über Staatsordnung

Das größte Problem der seit mehr als 15 Monaten andauernden Gespräche ist die Frage, wie viel politische Macht der türkisch-zyprische Teilstaat in einem künftigen föderativen Zypern haben sollte. Nikosia Nord (die türkischen Zyprer) will einen Bund von zwei fast unabhängigen Staaten, die sich in einer losen Konföderation vereinigen. Nikosia Süd (die griechischen Zyprer) wiederum will einen Bundesstaat mit einer starken Bundesregierung.

Zypern gehört seit dem 1. Mai 2004 zur Europäischen Union. Das EU-Recht und Regelwerk gilt jedoch vorläufig nur im griechisch-zyprischen Süden. Die Türkische Republik Nordzypern wird ausschließlich von der Türkei anerkannt.

Quelle: n-tv.de