Politik

Tarifstreit Neue Verhandlungen bei Lufthansa

Die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit und die Deutsche Lufthansa AG haben ihre festgefahrenen Tarifverhandlungen am Sonntag wieder aufgenommen. Cockpit-Sprecher Georg Fongern sagte, es liege bislang kein neues Angebot der Arbeitgeber vor. Wo die Verhandlungen stattfinden, blieb geheim.

Lufthansa-Chef Jürgen Weber bezeichnete unterdessen die Gehaltsforderungen der Piloten als unerfüllbar und warnte vor einer Gefährdung des Betriebsklimas. "Es fängt intern bereits kräftig an zu brodeln", sagte er bei einem Wirtschaftstreffen in Baiersbronn. Zum aktuellen Stand der Gespräche äußerte er sich nicht. Das Bodenpersonal hatte beim letzten Tarifabschluss 3,5 Prozent mehr Lohn erhalten.

Fongern betonte, Cockpit verhandele, um Kompromissbereitschaft zu zeigen. Am Donnerstag hatten die 4.200 von der Gewerkschaft vertretenen Flugkapitäne ihren ersten ganztägigen Streik in der Unternehmensgeschichte beendet und mit weiteren Aktionen gedroht. So wollen die Piloten jeden Donnerstag streiken, bis ein Ergebnis vorliegt. Cockpit fordert Gehaltserhöhungen zwischen 30 und 35 Prozent.

Zuletzt hatte die Lufthansa den Piloten für dieses Jahr eine 10,6-Prozent mehr Gehalt für dieses Jahr angeboten sowie eine Gewinnbeteiligung von zwei Monatsgehältern. Für die nächsten drei Jahre sollte es zudem eine vom Unternehmenserfolg abhängige Gewinnbeteiligung geben.

Die fünfte Tarifverhandlungsrunde war in der Nacht zum Mittwoch gescheitert. Daraufhin legten die Piloten am nächsten Tag wie angedroht die Arbeit nieder. Rund 900 von 1.128 planmäßigen Flügen fielen aus. Die Lufthansa kostete dies nach Einschätzung von Experten einen hohen zweistelligen Millionenbetrag.

Quelle: ntv.de