Politik

Kritik am Konsenskandidaten Nicht alle Stimmen für Gauck

Auch wenn Joachim Gauck als gemeinsamer Kandidat von CDU, CSU, FDP, SPD und Grünen in die Abstimmung um das Amt des Bundespräsidenten geht, sind ihm längst nicht alle Stimmen sicher. Bei den Grünen gibt es zunehmend Vorbehalte gegen Gauck, die der Abgeordnete Ströbel deutlich benennt. Die Linke wählt Gauck sowieso nicht.

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Die Zahl der Gauck-Anhänger ist groß. Es gibt auber auch Kritiker.

(Foto: dpa)

Der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele stört sich an früheren Äußerungen des . Ströbele kritisierte in der "Frankfurter Rundschau" unter anderem die Gauck mokiert sich . "Inzwischen beklagen selbst die härtesten Kapitalisten Übermacht und Machtmissbrauch des Finanzsystems. Wie kann Herr Gauck den Protest dagegen auf der Straße 'unsäglich albern' nennen", sagte Ströbele. Vielmehr müsse Gauck als früherer DDR-Bürgerrechtler doch Sympathie mit demonstrierenden Menschen haben.

Ströbele verwies auch auf Aussagen Gaucks zu dem umstrittenen Integrations-Buch von Thilo Sarrazin und zu Hartz-IV-Empfängern. Er hoffe, dass Gauck in den nächsten Wochen einiges erklären werde und wolle davon abhängig machen, ob er erneut für Gauck stimmen werde.

Der integrationspolitische Sprecher der Grünen, Memet Kilic, sagte dem "Tagesspiegel", vor anderthalb Jahren sei er bei der Vorstellung Gaucks in der Grünen-Fraktion den Tränen nahe gewesen. "Durch seine Äußerungen zu Sarrazin fühle ich mich nun umso mehr vor den Kopf gestoßen." Er werde sich der Stimme enthalten. 

"Falscher Schwerpunkt"

Die Linke erwägt eigenen Vorschlag an Gauck. "Er spricht viel über Freiheit, aber er vergisst völlig, die Frage der sozialen Gerechtigkeit anzusprechen", sagte sie im ZDF. "Er hat einfach einen falschen Schwerpunkt."

Die Frage der sozialen Gerechtigkeit sei der zentrale Kritikpunkt der Linken an Gauck, sagte Lötzsch. "Joachim Gauck ist ein Kandidat, der für Hartz IV steht; der es richtig findet, dass Menschen in unserem Land von ihrer Hände Arbeit nicht leben können; der völlig ignoriert, dass zum Beispiel alleinerziehende Mütter von Armut bedroht sind." Die Linke könne ihn nicht unterstützen. "Das ist nicht unser Kandidat."

Der parteilose Theologe Gauck war Als die FDP Merkel zum Brüllen brachte . Die Wahl findet am 18. März statt. Gauck war bereits vor knapp zwei Jahren Kandidat für das höchste Staatsamt von SPD und Grünen, er verlor damals im dritten Wahlgang gegen den von Union und FDP aufgestellten Christian Wulff, der am Freitag zurückgetreten war.

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP/rts

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