Politik

Abschied von der FDP Niebels Cousin wechselt zur AfD

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Niebel: Es sind nun mal nicht alle politisch gleichgeschaltet.

(Foto: picture alliance / dpa)

Entwicklungsminister Niebel hat eine weitverzweigte Familie. Einer seiner rund 30 Cousins und Cousinen tanzt jetzt aus der Reihe: Der Geschäftsmann Matthias Niebel verlässt die FDP und läuft zur eurokritischen AfD über. Cousin Dirk nimmt es gelassen.

Matthias Niebel, Cousin von Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel, ist aus dem FDP-Kreisverband Heidelberg ausgetreten und zur eurokritischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) übergetreten. Der Minister bestätigte entsprechende Berichte des "Mannheimer Morgen".

Dirk Niebel trägt die Entscheidung seines Verwandten mit Fassung: Er habe nun mal sehr viele Verwandte, die "alle nicht politisch gleichgeschaltet sind", erklärte er. Der FDP-Politiker hatte noch vor Kurzem erklärt, AfD-Chef Bernd Lucke führe "das Volk ins Unglück".

Vor Niebels Cousin waren bereits zwei hessische Parlamentarier zur AfD gewechselt und hatten damit für Aufregung in den Reihen der FDP gesorgt: der Nordhesse Jochen Paulus sowie die Wiesbadener Stadtverordnete Brigitte Susanne Pöpel. Die 46-Jährige hatte bereits im vergangenen Jahr nach mehr als 25 Jahren Mitgliedschaft die Liberalen verlassen. Der 43-Jährige war ausgetreten, kurz bevor er unter dem Applaus der rund 400 Besucher des Gründungsparteitags in Frankfurt vor einer Woche seine erste Rede hielt. Er könne den "wahnsinnigen Euro-Unterstützungskurs" nicht mehr mittragen. Die nachfolgenden Generationen dürften nicht mit Schulden belastet werden.

Bayern-Parteitag läuft aus dem Ruder

Am Wochenende hatte die AfD auf einem Landesparteitag in Ingolstadt beschlossen, nicht bei der Landtagswahl in Bayern anzutreten. Gegen eine Kandidatur am 15. September hatte sich vor allem Lucke stark gemacht. Ein Misserfolg wäre aus seiner Sicht ein schlechtes Signal für die Bundestagswahl nur eine Woche später. Hauptthema der Partei solle außerdem der Euro sein - und das sei kein Bayern-Thema.

Eine Lösung für ihre Personalquerelen fand die bayerische AfD auf dem Parteitag nicht. Nach stundenlanger Auseinandersetzung über die Neuwahl des erst seit einigen Wochen amtierenden Landesvorstands wurde die Versammlung am Samstagabend abgebrochen - weil frei liegende Stimmzettel aus der Stichwahl zum Parteivorsitz aufgetaucht waren.

"Die Neuwahl des Landesvorsitzenden ist anscheinend ungültig", teilte der Landesverband auf seiner Facebook-Seite mit. Nun soll der alte Vorstand - der auf dem Parteitag eigentlich schon abgewählt war - bis zu einer gültigen Neuwahl weitermachen. Wann der nächste Parteitag angesetzt wird, ist noch unklar.

In der jüngsten Forsa Sonntagsfrage kommt die eurokritische AfD bundesweit auf drei Prozent. Die Piratenpartei, die der Umfrage zufolge bei zwei Prozent liegt, verabschiedete auf ihrem Parteitag in Neumarkt in der Oberpfalz eine Erklärung zur "Unvereinbarkeit" mit der AfD.

Quelle: ntv.de, ppo/dpa

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