Politik

Atom-Konflikt Nordkorea: Keine Gespräche mehr

Nordkorea hat "kein Interesse" mehr an den Atomgesprächen und will stattdessen seine nukleare Abschreckung ausbauen. "Es gibt keine Notwendigkeit, diese Art von Gesprächen zu führen", sagte ein Mitglied der nordkoreanischen Delegation bei der Abreise auf dem Flughafen in Peking zu der am Freitag beendeten Sechser-Runde. "Wir haben kein Interesse mehr."

Die USA, Japan, Südkorea, Russland und China gehen hingegen von einer Fortsetzung der Gespräche aus, für die jedoch kein Termin vereinbart werden konnte.

"Die Sechser-Runde hat den Glauben gestärkt, dass wir keine andere Wahl haben, als die nukleare Abschreckungsfähigkeit als Selbstverteidigungsmaßnahme zur Sicherung der Souveränität weiter zu verstärken", zitierte die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA einen Sprecher des Außenministeriums in Pjöngjang. Der Sprecher machte nach Berichten der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap die USA dafür verantwortlich. Die ohne Annäherung zu Ende gegangene Runde sei "nutzlos" gewesen.

Sein Land könne kein Interesse an solchen Gesprächen haben oder Hoffnung in sie setzen, sagte der Sprecher. "Wir konnten noch einmal bestätigen, dass die USA nicht die Absicht haben, die Beziehungen zu verbessern, ihre Politik zu ändern oder eine friedliche Koexistenz anzustreben", wurde der Sprecher zitiert. Den USA unterstellte er erneut, allein das Ziel zu verfolgen, Nordkorea zu entwaffnen.

Ähnlich äußerte sich der nordkoreanische Delegierte in Peking in seiner vorbereiteten Erklärung. Nordkoreas Erwartungen seien nichterfüllt worden. "Wir haben festgestellt, dass die USA nicht die Absicht haben, ihre Politik zu ändern, und versuchen, uns durch Tricks zu entwaffnen", sagte der Delegierte. "Wir haben keine andere Wahl."

Der US-Delegationsleiter James Kelly bekräftigte bei der Abreise den Willen zu einer friedlichen Lösung. Er wies darauf hin, dass noch kein Zeitplan für neue Gespräche vereinbart worden sei.

Quelle: n-tv.de