Politik

Für Umgang mit Nazi-Vergangenheit Nürnberg erhält UNESCO-Menschenrechtspreis

Für ihren "Beitrag zum Aufbau einer Menschenrechtskultur" hat die UNESCO Nürnberg als erste Stadt mit ihrem Menschenrechtspreis ausgezeichnet. Damit solle die offensive Art und Weise gewürdigt werden, mit der sich Nürnberg mit seiner Nazi-Geschichte auseinander setze.

Nürnberg hatte in der Nazi-Zeit als Kulisse für die jährlichen Reichsparteitage der NSDAP gedient. Die Stadt gilt außerdem als Wiege der Rassegesetze, die die Grundlage für die Massenvernichtung von Juden und anderen Minderheiten gewesen waren.

UNESCO-Generaldirektor Koichiro Matsuura sagte bei einem Festakt im Nürnberger Rathaus, die Aktivitäten der Frankenmetropole sendeten "eine echte Botschaft der Hoffnung an all diejenigen aus, die ihrer Menschenrechte noch beraubt sind".

Seit einigen Jahren bemüht sich Nürnberg mit einem umfassenden Menschenrechts-Engagement um Wiedergutmachung. So hat sich die Stadt erfolgreich dafür eingesetzt, in der früheren Kongresshalle der Nazis auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände ein Dokumentationszentrum über die NS-Propaganda einzurichten. Seit 1995 vergibt die Stadt im zweijährigen Turnus den "Internationalen Menschenrechtspreis". Außerdem bietet die Stadt seit neuestem jeweils einem politisch verfolgten ausländischen Autor im Rahmen eines Exil-Programms der Schriftstellervereinigung PEN für ein Jahr Zuflucht.

Der alle zwei Jahre verliehene Preis ist mit umgerechnet 22.000 Mark (10.000 US-Dollar) dotiert. Bisherige Preisträger sind unter anderen der tschechische Staatspräsident Vaclav Havel und der frühere Präsident der chilenischen Sektion von Amnesty International, Jose Zalaquett.

Quelle: ntv.de

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